Sydney

Geschichte:

Kapitän James Cook entdeckte im Jahr 1770 die Botany Bay, heute befindet sich diese Bucht südlich vom Stadtzentrum Sydneys. Cook fertigte eine Karte von dem Gebiet an und markierte auch die Einfahrt zum natürlichen Hafen Port Jackson. 18 Jahre später, im Januar 1788, erreichte wieder eine britische Expedition die Botany Bay, um an diesem Ort eine Strafkolonie zu errichten. Zu diesem Zweck fanden mehrtägige Erkundungsfahrten durch den Port Jackson statt, und dabei wurden weitere Buchten entdeckt. Eine von ihnen wurde nach Thomas T. Sydney, dem damaligen Innenminister Groß-Britanniens, Sydney Cove benannt. In dieser Zeit wurde auch beschlossen, dort die Strafkolonie zu errichten. In dieser Kolonie wurden damals ca. 800 Häftlinge untergebracht.

Erst Gouverneur Lachlan Macquarie schuf zwischen 1810 und 1821 die Voraussetzungen, dass sich aus der Strafkolonie eine bedeutende Stadt entwickeln konnte. Er ließ Straßen, Brücken, Hafenanlagen und öffentliche Gebäude errichten. In den 1830er und 1840er Jahren entstanden die ersten Vororte, als immer mehr Einwanderer aus Großbritannien und Irland in Sydney ankamen. Nach dem ersten Goldrausch im Jahre 1851 wurde Sydney endgültig zum kulturellen, wirtschaftlichen und industriellen Mittelpunkt Australiens. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann sich die Besiedelung des Umlandes zu verstärken.

Bereits Mitte der 1920er Jahre zählte die Stadt mehr als eine Million Einwohner. 1931 waren wegen der Weltwirtschaftskrise etwa ein Drittel der Erwerbstätigen arbeitslos. Aber schon ein Jahr später stiegen die Preise für Wolle wieder und die Bauindustrie erlebte einen neuen Aufschwung. 1932 entstand die Sydney Harbour Bridge, zuvor war die Gegend nördlich des Port Jackson nur umständlich erreichbar und deshalb dünn besiedelt gewesen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt nur geringe Schäden durch drei japanische Mini-U-Boote, von denen zwei im Hafen erbeutet wurden. Das dritte konnte entkommen, fand aber nicht zum Mutterschiff zurück und gilt bis heute als verschollen. Nach Beendigung des Krieges kamen viele Migranten aus Europa nach Sydney; die Stadt wuchs weiter Richtung Westen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begann die verstärkte Einwanderung aus asiatischen Ländern, was der Stadt ihr multikulturelles Flair verlieh.

Im Vietnamkrieg war Sydney ein wichtiger Erholungsort für US-amerikanische Soldaten. In den 1970er und 1980er Jahren entstanden, ausgelöst durch den wirtschaftlichen Aufschwung, im Central Business District zwischen den alten viktorianischen Gebäuden zahlreiche Hochhäuser. 2000 war Sydney Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.

Lage:

Informationen:

Ort: Sydney

Land: Australien

Besucht am: 09. - 11.03.2012

Fläche: 1.664 km²

Einwohner: 4.627.345 (2011)

Gegründet: 1788

Web: Sydney

Web: Sydney Opera House

Web: Sydney Tower

Bilder:

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Sydney Opera House

Ende der 1940er Jahre reifte in Sydney die Idee heran, dass auch diese Stadt ein Opernhaus haben sollte. Repräsentatives Aussehen eines solchen Baues wurde auch als hilfreich angesehen. Als Bauplatz hatte man den Bennelong Point, eine der City vorgelagerte Halbinsel im Hafen auf der anderen Seite der 1932 fertiggestellten ins Auge gefasst. Die nach einem australischen Ureinwohner benannte Lokalität wurde zuletzt als Straßenbahnreparaturzentrum verwendet, war aber, nachdem diese Form des öffentlichen Personennahverkehrs gegen den Autoverkehr den Kürzeren zog, zum industriellen Brachland verkommen. Finanzielle Beschränkungen gab es bei dem Projekt Opernhaus zunächst nicht. Zur Finanzierung wurde eine Lotterie veranstaltet, die sehr erfolgreich verlief. Die internationale Ausschreibung, zu der 233 Vorschläge eingereicht wurden, gewann 1957 der schon damals renommierte dänische Architekt Jørn Utzon, der sich zum ersten Mal außerhalb Dänemarks beteiligte. Utzons Entwurf verstieß zwar gegen die Wettbewerbsregeln, da er nur eine recht grobe Skizze einreichte. Dennoch erwies sich die Wahl seines Entwurfes als Glücksgriff, nicht nur für Sydney, sondern auch für die Weltarchitektur. Ab 1957 erstellten der Ingenieur Ove Arup und seine Partner die statischen Berechnungen; Arup war auch maßgeblich am Gelingen des Projektes beteiligt.

1959 begannen die Bauarbeiten. Die gekrümmten Schalen des Daches bereiteten jedoch große Probleme, da sie nur schwer zu berechnen waren. Oft war architektonisches Neuland zu betreten, und Probleme wurden bereinigt, wie sie sich stellten. Der Entwurf musste des Öfteren an neue Realitäten angepasst werden. Allein die komplexe Geometrien am Dach wurde in sechs Jahren über zwölf Mal neu entworfen. Mit Lochkarten gesteuerte Computer brauchten 18 Monate, um die Krümmungen und die Statik aller Dächer zu berechnen. Es wurden 44 Zeichner damit beschäftigt, um mehr als 1700 Pläne der Dachkonstruktion zu erstellen. Utzon sollte mit den Bauarbeiten beginnen, bevor sämtliche Kostenanalysen und alle technischen Probleme gelöst waren.Daher war keine genaue Kostenberechnung und auch keine Planung der Bauzeit möglich. Dies trug dazu bei, dass die ursprünglich festgesetzten Baukosten von 3,5 Millionen £ am Ende bei über 50 Millionen £, also dann 100 Millionen Australische Dollar lagen und der Termin der Fertigstellung vom 26. Januar, also dem Nationalfeiertag Australia Day von 1965, auf das Jahr 1973 verschoben werden musste.

Die steigenden Baukosten, aber auch künstlerische Differenzen führten zum Zerwürfnis zwischen der federführenden Regierung des Australischen Bundesstaates New South Wales unter dem konservativen Premierminister Robert Askin und dem Architekten. Schließlich wurden Utzon die Gelder gesperrt, und er konnte seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. In der Erwartung, wieder zurückgebeten zu werden, verließ Utzon im Februar 1966 seine Baustelle. Der völlig überraschende Weggang Utzons aus Australien war der Höhepunkt der in aller Öffentlichkeit ausgetragenen Auseinandersetzung. Utzon setzte nie wieder einen Fuß auf australischen Boden.

Stattdessen wurde eine Gruppe junger australischer Architekten mit der Fertigstellung der Innenräume beauftragt. Utzon war überzeugt, dass die getroffenen Kompromisse das Werk ruinieren würden, und bei der Eröffnung gaben ihm Kritiker und Künstler teilweise Recht. Vor allem die kostengünstige Ausführung größter Teile des Interieurs und die Akustik wurden häufig bemängelt. Zwei Drittel des Orchestergrabens im Opernhaus (Opera Theatre) liegen nun unterhalb der Bühne, da diese vom großen Gebäude in das kleinere verlegt wurde.

Am 20. Oktober 1973 wurde das Opernhaus offiziell von Königin Elisabeth II., dem formellen Staatsoberhaupt Australiens, seiner Bestimmung übergeben. Das Gebäude ist 184 Meter lang, 118 Meter breit und bedeckt eine Fläche von etwa 1,8 Hektar. Sein unverwechselbares Dach ragt 67 Meter hoch auf und ist mit 1.056.000 glasierten, weißen Keramikfliesen verkleidet, die aus Schweden importiert wurden. 580 Pfähle, die 25 Meter tief im Boden verankert wurden, tragen das etwa 160.000 Tonnen schwere Bauwerk.

Sydney Harbour Bridge

Gebaut wurde die Brücke in acht Jahren von 1924 bis 1932 von Dorman Long nach den von Ralph Freeman, dem Partner von Sir Douglas & Francis Fox, erstellten Detailentwurfsplänen. Die Kosten betrugen 10.057.170 Pfund, 7 Shillinge und 9 Pennies (Anfangsschätzung: 4.217.722 Pfund). Durchschnittlich waren etwa 1400 Männer am Bau der Brücke beschäftigt, 16 verunglückten bei den Bauarbeiten tödlich. Eröffnet wurde die Brücke letztendlich am 19. März 1932. Sie war bei Ihrer Planung noch als die Bogenbrücke mit der größten Spannweite der Welt geplant. Bis zu ihrer Fertigstellung wurde sie jedoch von der Bayonne Bridge in New York City, USA, die später begonnen, aber ein Jahr vorher eröffnet wurde, um 7,62 m (25 ft) übertroffen. Allerdings ist die Bayonne Bridge deutlich schmaler als die Sydney Harbour Bridge. Als Vorbild diente dem Leitenden Ingenieur des New South Wales Public Works Department Dr. John Job Crew Bradfield (1867-1943) die wenige Jahre zuvor fertiggestellte Hell Gate Bridge (New York). Bereits 1885 (evtl. sogar bereits früher) wurde mit Diskussionen um eine Querung des Hafens begonnen.

Die Spannweite der Sydney Harbour Bridge beträgt 503 Meter, und der Bogenscheitel erhebt sich 134 Meter über den Meeresspiegel, wobei diese Höhe aufgrund der Expansion des Stahls an heißen Tagen um 18 cm steigen kann. Im Bogen sind 39.006 Tonnen Stahl verarbeitet. Insgesamt wurden 52.800 Tonnen Stahl verbaut, womit die Brücke eine der schwersten und weitesten Bogenbrücken der Welt ist. Weiterhin wurden etwa 17.000 m³ Granit und 95.000 m³ Beton verwendet. Der Stahl kam dabei zu 79 % aus Redcar im Nordosten Großbritanniens, der Rest aus australischer Produktion. Der Granit war aus Moruya, New South Wales, und der Beton ebenfalls aus Australien. Mit ihrer Breite von 50 Metern ist sie die "Breiteste Brücke der Welt mit langer Spannweite" (Guinness-Buch der Rekorde, 2004) und birgt darauf insgesamt acht Straßenspuren (davon eine Busspur), zwei Bahngleise, einen Fahrradweg und einen Fußweg. Eröffnet wurde die Brücke mit sechs Straßenspuren, zwei Bahngleisen, zwei Straßenbahnschienen und jeweils einem Fuß- und Fahrradweg. Auf der Brücke befindet sich der Bradfield Highway, welcher mit etwa 2,4 km einer der kürzesten Highways in Australien darstellt (der kürzeste befindet sich auf der Story Bridge in Brisbane und heißt ebenfalls Bradfield Highway). Mit den Auffahrrampen beträgt die Bauwerkslänge über alles 1149 Meter. Der Anstrich der Brücke ist ein endloses Unterfangen, da er normalerweise zehn Jahre dauert, wobei 30.000 Liter Farbe verbraucht werden. Wenn ein Streichertrupp die Brücke einmal vollständig gestrichen hat, muss er wieder von vorne anfangen. Bei den ersten drei Anstrichen wurden etwa 272.000 Liter Farbe angebracht. Es müssen insgesamt 485.000 m² Stahl gestrichen werden. Im Gegensatz zu den ersten Anstrichen mit Pinseln erfolgt die Anbringung der Farbe in den letzten Jahren mit Spritzpistolen. Auch die etwa 6 Millionen Niete werden mit Farbe gegen Verrostung geschützt.

Royal Botanic Garden

Der botanische Garten wurde 1816 gegründet, er war ein Teil des Gartens des Governors. Mit dem ersten Botaniker der noch jungen Kolonie, Charles Fraser, begann 1817 eine lange Geschichte des Sammelns und des Studiums der Pflanzen. Der botanische Garten von Sydney ist damit die älteste wissenschaftliche Institution in Australien und spielte eine wichtige Rolle in der Ansiedelung von Pflanzen aus anderen Regionen. Seine Fläche beträgt über 30 Hektar.

Sydney Tower

Die Planung des Sydney Tower begann 1970 durch das Architekturbüro Donald Crone Assoc. Pty Ltd, mit dem Bau wurde 1974 begonnen. Die Eröffnung fand schließlich am 23. September 1981 statt.Der Sydney Tower ist nach dem Sky Tower in Auckland mit 305 Metern der zweithöchste Fernsehturm auf der Südhalbkugel.Er wird von 56 Stahlkabeln gehalten, von denen jedes 7 Tonnen wiegt. Der Turm selbst wiegt 2.239 Tonnen. Eines der Stockwerke enthält einen 162.000 Liter fassenden Wassertank. 1504 Stufen führen als Rettungsweg nach unten.

Town Hall und Saint Mary´s Cathedral

Gebaut wurde die Town Hall in den 1880er Jahren im Victorianischen Baustil auf dem Platz eines alten Friedhofs aus den Jahren 1793 bis 1820. Das Gebäude, das mehr als 100 Räume hat, beherbergt die Stadtverordnetenversammlung, Empfangsräume, die Centennial Hall und die Büros des Bürgermeisters und der Stadtverordneten Sydneys.

Das neogotische Bauwerk aus Hawkesbury-Sandstein zählt zu den größten Kirchen in Australien, mit ihren 74,6 m hohen Türmen ist die Saint Mary´s Cathedral nur die vierthöchste des Kontinents. Der Grundstein für die erste im gotischen Stil errichtete Kathedrale St. Mary wurde 1821 vom Gouverneur Lachlan Macquarie gelegt; sie brannte jedoch im Jahr 1865 ab. Der Grundstein für die heutige Kathedrale wurde im Jahr 1868 gelegt. 1913 wurde mit dem Bau des Kirchenschiffs begonnen, die Krypta wurde 1961 vollendet. Zwei im Originalplan von Wardell vorgesehene Türme wurden erst im Jahr 2000 vervollständigt.

Darlington Harbour

Darling Harbour wurde benannt nach Ralph Darling, der von 1825 bis 1831 Gouverneur von New South Wales war. Ursprünglich war Darling Harbour Teil des Handelshafens von Sydney mit Schiffsanlegeplätzen, zahlreichen Lagerhäusern, Verladeeinrichtungen, Fabriken und eigenem Bahnanschluss. Während der großen Depression in den 1930er Jahren erlangten der nördliche Teil von Darling Harbour und der angrenzende Stadtteil Millers Point, welcher heute als Barangaroo bekannt ist, traurige Bekanntheit als The Hungry Mile. Dies geht zurück auf die zahlreichen Hafenarbeiter, welche in der Gegend nach Jobs suchten. In Erinnerung an diese Zeit wurde 2009 ein Teil der Hickson Road offiziell in Hungry Mile umbenannt.

In den 1960er Jahren begann die Gegend um Darling Harbour zu verkommen. Viele Hafenanlagen und Lagerhäuser wurden nicht mehr genutzt und verfielen. Da dieser entstehende Schandfleck im Stadtbild nahe dem Stadtzentrum lag und von den Büros in den Wolkenkratzern zu sehen war, kam der Wunsch nach einer Umgestaltung und Neunutzung der Hafenanlagen auf.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurden die Hafenanlagen abgerissen und mit der Umgestaltung und der Neubebauung des Stadtviertels begonnen. Die ersten Abschnitte waren Ende der 1980er Jahre abgeschlossen. Die Fertigstellung aller Einrichtungen und Gebäude in den weiteren Bauabschnitten dauerte bis Ende der 1990er Jahre. Heute ist Darlington Harbour ein großes Erholungsgebiet mit zahlreichen Hotels, Restaurants, Shoppingcentern, Theatern, Museen und Unterhaltungszentren, welches zu großen Teilen als Fußgängerzone ausgewiesen ist.

Manly Beach

Manly ist ein Stadtteil der Metropole Sydney mit etwa 15.000 Einwohnern. Manly hat wegen seines langen Ozeanstrandes und der gleichmäßigen, vor allem bei Surfern beliebten Wellen über die Grenzen Australiens hinweg Bekanntheit erlangt. Im Unterschied zu den Stadtstränden Bondi Beach, Coogee Beach, Bronte Beach und Tamarama ist in Manly das Leben noch wesentlich entspannter. Dass Manly "Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care" ist, wie die Inschrift am Hafen verheißt, spürt man auch heute noch.