Sintra

Geschichte:

Spuren der frühesten menschlichen Besiedlung führen hier bis in die Altsteinzeit, etwa die Funde von Penha Verde. Unter den jungsteinzeitlichen Funden ist die nahe dem Castelo dos Mouros ausgegrabene Siedlung São Pedro de Canaferrim zu nennen. Das Kuppelgrab von Monge stammt aus der Kupferzeit. In der Serra de Sintra finden sich weitere Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung, bis zur Bronzezeit und bis zur Ankunft des Römischen Reiches. Aus römischer Zeit stammt u.a. der Staudamm Barragem romana de Belas, in Belas und die Römerstraße Calçada na Catribana. Aus den arabischen Aufzeichnungen nach der Landnahme durch die Mauren ab 711 wird eine bedeutendere Ortschaft namens Xintara oder Shantara erwähnt. So beschrieb der arabische Geograph Al-Bacr im 11. Jahrhundert den Ort als eine am Meer gelegene befestigte Siedlung, die Lissabon unterstand. Andere Quellen aus dem al-Andalus nannten den Ort als den nach Lissabon bedeutendsten in der Region.

Sintra erlebte seit dem 8. Jahrhundert eine Reihe christlicher Eroberungen und arabischer Rückeroberungen, bis Portugals erster König Dom Afonso Henriques nach der Belagerung von Lissabon den Landstrich 1147 endgültig einnahm. 1154 erhielt Sintra erste Stadtrechte durch Dom Afonso Henriques. Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts entstanden im Kreis Sintra eine Reihe Klöster, angelockt durch die ertragreichen Böden. Die Europa im 14. Jahrhundert heimsuchende Pestepidemie des Schwarzen Todes erreichte 1348 auch Sintra.

König Dom Manuel I. nahm ab dem Ende des 15. Jahrhunderts weitreichende Neugestaltungen in der Stadt Sintra vor. Ab dem 16. Jahrhundert nahm die Beliebtheit Sintras bei den Oberschichten zu, und adlige Familien errichteten im Kreis Sintra einige Herrenhäuser. Das Erdbeben von Lissabon 1755 rief auch in Sintra erhebliche Zerstörungen hervor, denen in der Folge umfangreiche Arbeiten des Wiederaufbaus folgten. Ende 18. Jahrhundert entstand mit der Textildruckerei und -färberei Fábrica de Estamparia de Rio de Mouro die erste industrielle Einrichtung im Kreis.

Sintra wurde insbesondere seit dem 19. Jahrhundert auch zunehmend Ziel für Großbürger, insbesondere internationale Künstler und Industriellenfamilien suchten die Gegend auf.

Lage:

Informationen:

Ort: Sintra

Land: Portugal

Besucht am: 13.02.2017

Fläche: 319,21 km²

Einwohner: 377.249 (30.11.2011)

Bilder:

Die Bildergallerie kann per Klick auf die Bilder gestartet werden

Palácio Nacional da Pena

Der Palácio Nacional da Pena (deutsch Pena Nationalpalast ) ist ein Palast in der portugiesischen Stadt Sintra. Es wurde nach 1840 im Auftrag des portugiesischen Titularkönigs und Königsgemahls Ferdinand II. (1816-1885) von Wilhelm Ludwig von Eschwege (1777-1855) auf den Ruinen eines Klosters errichtet. Sein eklektizistischer Baustil inspiriert Ludwig von Bayern und Neuschwanstein, dessen Baubeginn weit nach dem des Pena Palastes beginnt .

Der Palast befindet sich auf einem Felsmassiv ( welcher im portugiesischem als PENEDO bezeichnet wird ) zugehörig zur sog. Serra de Sintra, eines Höhenzugs westlich von Lissabon. Unter der Regentschaft König Johanns II. wurde zwischen 1481 und 1495 an der Stelle ein Mönchskloster des Hieronymitenordens erbaut. Unter Manuel I. (1469-1521) wurde es im Stil der Manuelinik umgestaltet. 1755 zerstörte das verheerende Erdbeben von Lissabon große Teile des Gebäudes. Das Kloster wurde aufgegeben und verfiel.

Ferdinand II., der 1836 Königin Maria II. (1819-1853) geheiratet hatte, war von der Gegend um Sintra so fasziniert, dass er 1837 die Klosterruine kaufte, einschließlich einiger umliegender Gehöfte und der nahe gelegenen Maurenfestung, dem Castelo dos Mouros. Das Bauwerk, welches Ferdinand aus seinen eigenen Mitteln finanziert ist, auch gleichzeitig ein politisches Statement. Daneben soll es auch ein Liebesbeweis an seine junge Gattin sein, welche tragischerweise nie dazu kommen wird. den Palast zu bewohnen, da Maria II. vor der Fertigstellung verstarb, was Ferdinand (der auch liebevoll den Spitznamen Künstlerkönig erhielt) zutiefst traf. Bereits seit dem 14. Jahrhundert verbrachten die portugiesischen Könige den Sommer im nahen Palácio Nacional de Sintra.

Der oftmals als "Märchenschloss" bezeichnete Palácio de Pena verbindet verschiedene historisierende Baustile. Nebeneinander finden sich Neorenaissance, Neogotik, Neo-Manuelinik und maurische Bauelemente. Im Innenraum finden sich an Barock und Rokoko gemahnende Stuck-Ensembles, ein monumentaler Triton und Trompe-l´aeil-Malereien. Beeindruckend sind die zahlreichen Räume mit ihrer vollständigen Inneneinrichtung aus dem 19. Jahrhundert.

alternative Erklärung

Castelo dos Mouros

Wie der Name Castelo dos Mouros ausdrückt, wurde die Burg im 8. oder 9. Jahrhundert von den Mauren erbaut. 1147 eroberte der portugiesische König Alfons I. (um 1109-1185) die Burg und ließ eine christliche Kapelle errichten. Die Portugiesen nutzten die Anlage in Folge kaum und die Burg verfiel in den folgenden Jahrhunderten.

Während der Epochen der Romantik und des Historismus fand um 1860 eine umfassende Renovierung der übriggebliebenen Mauern statt. Von der ursprünglichen Anlage ist heute nur noch wenig erhalten.