Lissabon

Geschichte:

Die Geschichte von Lissabon ist sehr mit dem Fluss Tejo verbunden, dem größten Fluß der Iberischen Halbinsel. Wegen der Nähe zum Fluss haben sich die ersten Menschen "Homo Sapiens Neandertal", die vorwiegend aus Nordafrika und anderen Teilen Europas kamen, in dieser Region niedergelassen. Es existieren archäologische Funde in Lissabon, die die Existenz von Menschen schon vor zehntausenden von Jahren beweisen; die Neandertaler waren schon vor 35.000 Jahren vor Ort. Lissabon ist daher eine der ältesten Städte der Westeuropäischen Welt - noch vor London, Paris oder Rom.

Es gibt eine Legende, die besagt, dass Lissabon vom griechischen Helden Odysseus gegründet wurde. Die Aufzeichnung der ersten Invasion von Lissabon geht auf die Zeit vor Christi Geburt zurück, als verschiedene Stämme in die Iberische Halbinsel einfielen und sich auf dem fruchtbaren Land am Rande des Tejos niederließen, wo sie die besten Lebensbedingungen vorfanden.

Es gibt auch archäologische Funde, wie die im Castelo de São Jorge und in der Sé in Lissabon entdeckt wurden, die beweisen, dass die Phönizier in dieser Stadt ca. 1.200 Jahre vor Christi waren. In Lissabon waren auch die Kelten, auch wegen der geografischen Lage am Meer und am Fluss, was Lissabon in einen großen Umschlaghafen schon in frühen Zeiten verwandelte.

In der Zeit der Römer hieß Lissabon Olissippo und war eine der wichtigsten Städte der römischen Lusitanier (Name der Ländereien, die sich westlich der Iberischen Halbinsel befanden, wo die Lusitanier aus dem "Alter aus poliertem Stein", der Jungsteinzeit) lebten, nachdem sie sich mit dem römischen Volk vereint hatten. In der römischen Zeit war Olissippo ein wichtiger Handelspunkt, von wo aus Verbindungen zu anderen Regionen ausgingen.

Entsprechend längerer Aufzeichnungen war Lissabon im 7. Jahrhundert nur ein Dorf. Nach Kriegen zwischen Westgotischen Völkern haben die Araber die Iberische Halbinsel angegriffen und Lissabon besetzt. In der arabische Sprache war Lissabon als 'Al-Ushbuna' bekannt, was schöner Hafen bedeutet. Unter diesem Volk blieb Lissabon weiter ein strategischer Handelsplatz am Fluss Tejo, wo Güter für andere arabische Gebiete wie Marokko, Tunesien oder Ägypten gehandelt wurden. Die Stadt wuchs dermaßen an, dass sie im 10. Jahrhundert schon mehr als 100.000 Einwohner hatte und zu einer der größten Städte Europas wurde und zu der Zeit sogar Paris oder London übertraf!

Aufgrund des arabischen Einflusses wurde Lissabon bzw. Al-Ushbuna nach Art dieses Volkes geplant, was unter anderen auch das Castelo de São Jorge oder die Moschee hervorbrachte. Stück für Stück haben die Araber ihre Lebensweisen eingebracht und das Wasser vom Fluss Tejo zur Bewässerung der Ländereien benutzt.

Im Jahre 796 wurde die Stadt von den Christen und in 844 von den Wikingern angegriffen. Doch konnte Al-Ushbuna noch viele Jahre den andauernden Angriffen widerstehen.

Während im Süden der Einfluss hauptsächlich arabisch war, begannen im Norden die Bewegungen zur Erstellung und Erweiterung der Portugiesischen Provinz mit dem ersten König von Portugal D. Afonso Henriques, der die Kämpfe anführte. Mehrere Male versuchte er Lissabon zu erobern, was er jedoch erst im Jahre 1147 schaffen sollte. Noch in diesem Jahr übernahm er Lissabon und ordnete die Umgestaltung der großen Moschee der Sé an. In 1195 kam auch der Heilige Schutzpatron der Stadt Santo António, mit richtigem Namen Fernando de Bulhões, zur Welt.

Mit diesen Veränderungen versucht D. Afonso Henriques die Handelsmacht, die Lissabon darstellte, zurückzugewinnen. Lissabon wird wieder ein wichtiger Handelshafen zwischen dem Nordmeer und dem Mittelmeer aber auch mit dem Norden Afrikas. In dieser Zeit wird mit Gold, Elfenbein, Zucker, Mandeln, Olivenöl, Salz, Wein, Kork und Reis gehandelt und es entstehen die ersten Werften. Die Schiffe entwickelten sich von Lastkähnen zu Karavellen, das Transportmittel um die Meere zu bereisen und neue Länder zu entdecken.

Schon im 13. Jahrhundert wird von König D. Afonso der III., nachdem auch die Algarve eingenommen wurde, Lissabon als Hauptstadt des Königreiches ausgewählt. Der erste König mit Sitz in Lissabon wird König D. Dinis. Lissabon bekommt ein neues Gesicht, es werden neue Straßen angelegt und Rossio wird zum Zentrum der Stadt. Aufgrund des immer größer werdenden Einflusses dieser Stadt im internationalen Handel, siedeln sich Händler aus verschiedenen Orten Europas in Lissabon an, wie Juden, Italiener, Holländer und Engländer, die viel Wissen über Navigation und Luxusgüter aus Asien, wie z.B. Gewürze und Seide mitbringen.

Es entsteht eine Allianz mit den Engländern in 1308, dem Haupthandelspartner Lissabons und Portos. Aufgrund der Spannungen mit Kastilien, ist die Stadt noch eingeschlossen, aber in 1373 werden die Kastilianer ausbezahlt um das Territorium zu verlassen. Danach werden die Stadtmauern "Muralhas Fernandinas de Lisboa" im Königreich von D. Fernando gebaut, um die Stadt zu schützen.

Über die Jahre wuchs der Handel Lissabons immer mehr an, was Lissabon immer mehr mit anderen Ländern verband. Verschiedene Handelsverträge wurden im 14. Jahrhundert mit mehreren Ländern und Provinzen unterzeichnet, wie Venezuela, Genua oder Florenz. Schon im 15. Jahrhundert, im Jahre 1415 wird Ceuta im Norden Afrikas erobert, was Lissabon eine bessere Kontrolle über den Handel im Mittelmeer sowie die Beherrschung des Gold- und Elfenbeinhandels einbringt.

Im 15. Jahrhundert, Zeitalter der Entdecker, ändert sich die Handelsstrategie der Portugiesen aufgrund der Konkurrenz. Das Ziel wird es, direkt mit den Quellen von Gütern wie Gold, Elfenbein und Gewürzen zu verhandeln. Dieses Ziel wird durch Heinrich dem Seefahrer, Infante D. Henrique - O Navegador, erreicht, der seine bewaffnete portugiesische Meeresflotte in die Produktionsländer der wichtigsten Handelsgüter führt.

Bei diesen Expeditionen werden Madeira und die Azoren entdeckt und die Portugiesen kommen bis zum Golf von Guinea. Aus diesen Entdeckungen treten Wein und Zuckerrohr in die Handelswege ein. Durch die Initiative der Händler in Lissabon führt Vasco da Gama die Reise auf dem Meereswege nach Indien an, wo er im Jahre 1498 ankommt. Danach erreichen sie China, Macao, Indonesien und Japan. Auf dem Rückweg bereiten sie Geschäfte mit Angola und Mosambik vor. Durch diese Schritte beginnt Lissabon mit dem Handel von neuen exklusiven Produkten, wie Gewürze, Stoffe aus Baumwolle, Diamanten,, Porzellan und Zucker aus Brasilien und wird zum Luxuriösen Handelsplatz Europas. Mit der Kontrolle des Handels von Japan bis Ceuta war Lissabon im 16. Jahrhundert die reichste Stadt der Welt!

Nach einer schweren Periode der Kämpfe gegen andere Imperien, die das portugiesische Monopol zerschlagen wollten, wird Lissabon wieder stärker, als man mit der Nutzung der Güter aus den Kolonien begann, wie dem Gold aus Brasilien. Dies wird jedoch alles durch das große Erdbeben im Jahre 1755 zerstört. Am Morgen des 1. November 1755 spürte man das erste Zittern und einige Minuten später gab es ein zweites, viel kräftigeres Beben, das die halbe Stadt in Schutt und Asche zerlegte. Das Beben löste einen Tsunami aus. Die 15 m hohe Flutwelle überschwemmte die ganze Stadt. Schiffe, Docks und Gebäude der Stadt wurden von der Gewalt des Wassers zerstört und Tausende von Menschen mitgerissen. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre lösten brennende Lampen und Kochfeuer einen unkontrollierbaren Feuersturm aus. Drei Tage lang wütete dieses Feuer und vollendete die Zerstörung der Stadt. Allein in Lissabon fielen dieser Katastrophe über 60.000 Menschen zum Opfer. Mehrere Tausend starben in anderen Gebieten. Man spürte dieses Erdbeben in ganz Westeuropa und im nordwestlichen Afrika.

Sobald die Beben aufgehört hatten, gab der Marquês de Pombal seine Ideen für den Wiederaufbau der Stadt preis. Er begann mit dem Satz: "Begraben wir die Toten und ernähren die Lebenden" und fing mit der Arbeit an. Aufgrund seiner Zielstrebigkeit und seiner praktischen Einstellung war Lissabon bald wieder aufgebaut und das schöner als je zuvor.

Lissabon macht eine Zeit der Befreiungskämpfe durch, die große Instabilität auf mehreren Ebenen bedeutete. Im 19. Jahrhundert leben die Handelsbeziehungen Lissabons hauptsächlich von der Produktion aus den Kolonien. Im selben Jahrhundert industrialisiert sich das Land mit der größten Konzentration der Fabriken in Lissabon mit Schwerpunkt in Textilien, Tabak, Konserven und Gummi. In einer Zeit von großer Ungleichheit revoltiert das Volk in Lissabon im Jahre 1910 und die Erste Republik wird ausgerufen. Mit ihr erfolgten Maßnahmen zur besseren Unterstützung des Volkes.

Die Hauptstadt wächst aufgrund der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung demografisch stark an. An den Stadträndern sprießen Slums hervor um die vielen Menschen zu beherbergen, die in Lissabon leben wollen. Am Ende wird das Regime von Salazar und Marcello Caetano durch die Nelkenrevolution in Lissabon am 25. April 1974 gestürzt. Portugal tritt 1986 in die EU ein und Lissabon beginnt mit der Umsetzung der Städteplanung um auf ordentliche Weise die Bevölkerung aus den Problemzonen umzusiedeln. Heute ist Lissabon eine saubere Stadt mit Geschichte. Die Expo '98 gab der Stadt einen großen Impuls.

Lage:

Informationen:

Ort: Lissabon

Land: Portugal

Besucht am: 13-14.02.2017

Fläche: 84,92 km²

Einwohner: 545.245 (30.06.2011)

Bilder:

Die Bildergallerie kann per Klick auf die Bilder gestartet werden

alternative Erklärung

Castelo de S. Jorge

Nach der Eroberung von Lissabon, am 25. Oktober 1147, durch den ersten portugiesischen König, D. Afonso Henriques, bis zum Beginn des 16.Jahrhunderts, erlebte das Castelo de S. Jorge sein goldenes Zeitalter mit der Nutzung als Königshof. Die alten Gebäude der islamischen Epoche wurden verändert und ausgebaut, damit der König, sein Hof und der Bischof, sowie das Königliche Archiv in einem der Türme aufgenommen werden konnten. Nachdem sie im 13.Jahrhundert von den portugiesischen Königen zum Königspalast umgewandelt worden ist, wurde das Castelo de S. Jorge zwischen dem 14. und dem 16.Jahrhundert zum Ort auserwählt, in dem berühmte nationale und internationale Persönlichkeiten empfangen, Feste gefeiert und Könige bejubelt wurden.

Mit der Integration Portugals in die Spanische Krone, im Jahre 1580, gewinnt das Castelo de S. Jorge einen besonderen militärischen Charakter, der bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts beibehalten wird. Die Räumlichkeiten werden umgewandelt oder neue Räume werden geschaffen. Vor allem aber nach dem Erdbeben in Lissabon, im Jahre 1755, wird eine größere Renovierung stattfinden. Dadurch werden viele neue Bauten erscheinen, welche die älteren Ruinen verbergen. Im 19.Jahrhundert ist der gesamte Raum des Nationaldenkmals mit militärischen Quartieren besetzt.

Bei den großen Renovierungsarbeiten zwischen 1938 und 1940 werden die Burg und die Spuren des alten Königlichen Palastes wieder aufgedeckt. Während der damaligen Abbrucharbeiten konnten die alten Errichtungen gerettet werden. Somit gewinnt die Burg ihre frühere Pracht wieder und wird den Stadtbewohnern zur Nutzung übergeben.

Ende des 20.Jahrhunderts haben die archäologischen Untersuchungen an verschiedenen Stellen erheblich dazu beigetragen, daß die Lebensdauer der Burg auf diesem Hügel sowie der unschätzbare historische Wert derselben bestätigt wurden. Somit wurde das Castelo de S. Jorge, einer Königlichen Verordnung von 1910 folgend, als Nationaldenkmal klassifiziert.

alternative Erklärung

Catedral Sé Patriarcal

Das Gebäude befindet sich an dem Standort, an dem früher eine Moschee existierte. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1147, somit gilt die Catedral Sé Patriarcal als die älteste Kirche der Stadt. Im Jahr 1344 richtete ein Erdbeben einige Schäden an. Im Jahr 1380 wurde die westliche Fassade im Stil der Romanik errichtet.

Das Erdbeben des Jahres 1755 verursachte erneut Schäden, unter anderem wurde der gotische Chor zerstört. Im 18. Jahrhundert wurden die Türme mit Spitzen im Stil des Barock gekrönt. Die Spitzen wurden in der Zeit der Regierung von António de Oliveira Salazar abgebaut, um ein einheitliches Aussehen im Stil der Romanik zu erreichen. In derselben Zeit wurden die Zinnen wiederhergestellt.

Der Innenraum der Kathedrale ist in den Stilen der Romanik und der Gotik gestaltet, wobei die Gotik vorwiegend im Bereich des Chors anzutreffen ist. Die Decke der Kirche wurde in der Zeit des Barock bemalt. Die Umgestaltung einiger Kapellen in den Stilen des Barock, des Rokoko und des Neoklassizismus wurde im 20. Jahrhundert rückgängig gemacht.

Torre de Belém

Im Jahre 1515 wurde der Torre de Belém (deutsch Turm von Belém) vom portugiesischen König, Manuel I., in Auftrag gegeben. Sechs Jahre später, im Todesjahr Manuels (1521) wurde er fertiggestellt. Er versinnbildlicht seitdem die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums. Als Leuchtturm auf einem Felsen im Mündungstrichter des Tejo gelegen, begrüßte er die ankommenden Entdecker und Handelsschiffe. Ursprünglich gab es auf der gegenüberliegenden Seite noch einen zweiten Turm. Feindliche Schiffe konnten so ins Kreuzfeuer genommen werden. Dieser Zwillingsturm wurde jedoch durch das große Erdbeben von 1755 zerstört.

Als Schutzsymbol der Seefahrer blickt eine Statue Unserer Lieben Frau der sicheren Heimkehr auf das Meer. An der Nordwestseite des Turmes befindet sich zudem eine Plastik eines Nashornkopfes, welche die erste plastische Darstellung dieses Tieres in Europa ist. Es handelt sich dabei um eine Abbildung des Panzernashorns, welches Afonso de Albuquerque 1515 von seiner Indienfahrt mitbrachte und später auch Albrecht Dürer die Vorlage für den Holzschnitt seines "Rhinozeros" lieferte. Die Bastion erhält ihren eigenen Charakter durch die reichen Ausschmückungen mit Schnurreliefen, schildförmigen Zinnen, durchbrochenen Balkonen und maurischen Ausgucken.

Das düstere Innere diente bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis und Waffenlager. Im 19. Jahrhundert kam es zu Aufschüttungen am nördlichen Tejoufer. Heute ist der Torre daher nur noch wenige Meter vom Land entfernt. Seit 1983 zählt der Torre de Belém zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Mosteiro dos Jerónimos

Das Mosteiro dos Jerónimos (deutsch Hieronymitenkloster, irrtümlich umgangssprachlich auch Hieronymuskloster) gilt als bedeutendster Bau der Manuelinik (Manuel I., 1495-1521), einer portugiesischen Variante der Spätgotik, die auch einige Elemente der Renaissance enthält. Unter anderem beherbergt es die Sarkophage von Fernando Pessoa, Vasco da Gama und Luís de Camões und verschiedener portugiesischer Könige.

Das Kloster wurde von Manuel I. in Auftrag gegeben, kurz nachdem Vasco da Gama von seiner ersten Indienreise zurückgekehrt war. Der Bau wurde zu großen Teilen durch die nun sprudelnden Einnahmen des Überseehandels finanziert. Im Jahre 1501 wurden die Arbeiten aufgenommen, die von zahlreichen Architekten und Baumeistern begleitet wurden. Der Bau wurde im Jahre 1601 fertiggestellt. Während der Herrschaft König Johanns III. wurde das Kloster um den Chor erweitert.

Das Kloster beherbergte bis 1834 die Hieronymiten, den Orden des Heiligen Hieronymus, der dem Kloster auch den Namen gab. Das Gebäude überstand das Erdbeben von 1755 ohne größere Schäden, wurde aber durch die Truppen Napoleon Bonapartes Anfang des 19. Jahrhunderts verwüstet.

Im Jahre 1983 wurde das Mosteiro dos Jerónimos von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Durch die weite Parkanlage (Praça do Império) vor dem 300 Meter langen Gebäude kommt die reichverzierte Kalksteinfassade voll zur Geltung. In den Seitenflügeln befinden sich das Marinemuseum und das Archäologische Museum.

alternative Erklärung

Elevador de Santa Justa

Der Elevador de Santa Justa ist ein Personenaufzug, der im Stadtzentrum den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Errichtet wurde die markante Stahlkonstruktion im Jahre 1902 nach Plänen des Ingenieurs Raoul Mesnier de Ponsard. Der ursprüngliche Antrieb war eine Dampfmaschine, diese wurde jedoch 1907 durch Elektromotoren ersetzt.

Der Aufzug ist 45 m hoch und hat zwei original mit Holz dekorierte und mit Glasscheiben und Messingbeschlägen ausgestattete Kabinen, die je 24 Personen fassen. Ein Stockwerk über dem oberen Ausgang sind die zwei originalen Liftmaschinen im Betrieb zu sehen. Nochmals ein Stockwerk darüber ist ein Café mit spektakulärer Aussicht über die Stadt.

Langjährige Bauarbeiten am oberen Ausgang machten ein Verlassen des Elevadors zum Largo do Carmo hin lange unmöglich, und er wurde in dieser Zeit nur als Aussichtsplattform genutzt. Seit der Wiedereröffnung des Verbindungssteges im Dezember 2005 kann er wieder im ursprünglichen Sinn benutzt werden.

alternative Erklärung

Padrão dos Descobrimentos

Das Padrão dos Descobrimentos (deutsch Denkmal der Entdeckungen) wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer durch das Salazar-Regime errichtet.

Das Denkmal soll an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern und zeigt 33 wichtige Persönlichkeiten des Spätmittelalters in Portugal, die aber nicht alle zur gleichen Zeit gelebt haben:

Prinz Heinrich der Seefahrer, Prinz Peter von Portugal, Königin Philippa von Lancaster, Fernão Mendes Pinto (Schriftsteller), Gonçalo de Carvalho (Dominikaner, der in Indien und im Kongo predigte), Henrique de Coimbra (Franziskaner, der in Indien und in Afrika predigte), Luís de Camões (Dichter), Nuno Gonçalves (Maler), Gomes Eanes de Azurara (Historiker), Pêro da Covilhã (Forscher), Jehuda Cresques (Kartograf), Pêro Escobar (Seefahrer), Pedro Nunes (Mathematiker und Astronom), Pêro de Alenquer (Seefahrer), Gil Eanes (Seefahrer), João Gonçalves Zarco (Seefahrer), Prinz Ferdinand von Avis, König Alfons V. "der Afrikaner", Vasco da Gama (Entdecker des Seewegs nach Indien), Afonso Gonçalves Baldaia (Seefahrer), Pedro Álvares Cabral (Seefahrer, nahm Brasilien für Portugal in Besitz), Ferdinand Magellan (Seefahrer), Nicolao Coelho (Seefahrer), Gaspar Corte-Real (Seefahrer), Martim Afonso de Sousa (Kolonisator und erster Gouverneur von Brasilien), João de Barros (Historiker), Estêvão da Gama (Seefahrer, Gouverneur von Indien), Bartolomeu Diaz (Entdecker des Kaps der Guten Hoffnung), Diogo Cão (Seefahrer), António Abreu (Seefahrer), Afonso de Albuquerque (Seefahrer, Militär und Politiker), Sankt Franziskus Xavier (Missionar), Cristóvão da Gama (Heerführer in Äthiopien)

Auf dem Boden vor dem Eingang befindet sich eine Windrose aus Mosaiksteinen. Die Windrose hat einen Durchmesser von 50 Metern und war ein Geschenk der Republik Südafrika. Eine Weltkarte im Zentrum des Mosaiks zeigt die Routen der portugiesischen Entdecker im 15. und 16. Jahrhundert.

Aqueduto das Águas Livres

Das Aqueduto das Águas Livres ist ein komplexes System der Entnahme, Lieferung und Verteilung von Wasser in die Stadt, dessen Wahrzeichen die großen Steinbögen sind, die sich über das Tal von Alcântara spannen. Es hat eine Länge von 19 km und erstreckt sich von Queluz über Caneças bis in den Lissabonner Stadtteil Campolide. Das Bauwerk wird in Portugal als Monumento Nacional, also als nationales Monument gelistet.

Das Aquädukt zählt zu den großen Ingenieurleistungen des 18. Jahrhunderts und zu den weltweit größten Bauten seiner Art. Das Aquädukt überspannt in 14 gotischen Bögen das Tal von Alcântara. Der höchste der Bögen hat eine Höhe von 65 m und eine Breite von 28 m. Der Bau wurde auf eine Initiative vom Stadtbevollmächtigten Cláudio Gorgel do Amaral errichtet. König Johann V. (1705 bis 1750) gab das Aquädukt in Auftrag, den Bau bezahlte das Volk mittels einer Wasserabgabe. Das Wasser wird 18,5 km unter- und oberirdisch bis zum Reservoir Mãe d'Água ("Mutter des Wassers") geführt. Der Bau trug wesentlich zur Lösung der chronischen Probleme von Lissabons Wasserversorgung bei. Das große Erdbeben im Jahr 1755 überstand das Aquädukt unbeschädigt. Der Betrieb wurde im Jahr 1967 eingestellt.

alternative Erklärung

Igreja de São Roque

Am Anfang stand lediglich eine kleine Kapelle auf dem Grundstück der heutigen Kirche, die bei ihrer Grundsteinlegung noch vor den Mauern der Stadt Lissabon lag. Sie war bereits dem Hl. Rochus geweiht und enthielt Reliquien dieses Heiligen aus Venedig. König Johann (João) III. übergab den Jesuiten das Grundstück, die 1566 den Bau der Kirche in Auftrag gaben. 1596 wurde die Kirche fertiggestellt. Das schwere Erdbeben von Lissabon, das nahezu die ganze Stadt zerstörte, richtete nur an der Außenfassade leichte Schäden an.

St. Rochus ist eine einschiffige Saalkirche im Renaissancestil. Zum Kirchengebäude selbst gehört noch das angeschlossene Museum. Die Fassade ist sehr schlicht, was sich durch die Sparmaßnahmen im Zuge der Gegenreformation erklären lässt.

Am bedeutendsten im Inneren der Kirche ist die vierte Kapelle São João Baptista (Hl. Johannes der Täufer), die zu den prunkvollsten katholischen Kirchenkapellen der Welt gehört. Sie wurde 1742 durch König Johann V. aufgrund eines Gelübdes in Rom in Auftrag gegeben, 1744 durch Papst Benedikt XIV. geweiht, auseinandergelegt und 1749 mit 3 Schiffen nach Lissabon gebracht, wo sie wieder zusammengesetzt wurde. Wertvollste Materialien wurden verwendet, so für den Boden edelster Marmor, andere Materialien waren Alabaster, Lapislazuli, Elfenbein, Jade, Amethyst. Am Bau der Kapelle waren insgesamt rund 100 italienische Künstler beteiligt. Der bekannteste der Künstler war Nicola Salvi, der in Rom auch den berühmten Trevi-Brunnen entworfen hatte.

Auch die übrige Innenausstattung ist bemerkenswert: die Kassettendecke sowie das dazugehörige Deckengemälde - ein Trompe-l´aeil - wurden 1588 fertiggestellt. Die Hölzer mussten damals aus Deutschland besorgt werden, da man Hölzer dieser Größe nirgendwo auf der Iberischen Halbinsel beschaffen konnte. Ebenfalls sind in der Kirche bedeutende Grabmäler zu finden, so von Dom Tomas de Almeida, dem ersten Patriarchen der Stadt Lissabon, oder von Simão Rodrigues, der die Jesuiten 1540 in Portugal einführte.

Convento do Carmo

Das Convento do Carmo ist ein ehemaliges Kloster des Karmeliter-Ordens. Es wurde in den Jahren 1389 bis 1423 auf ein Gelübde des Marschalls Nuno Álvares Pereira hin errichtet. Zum Gebäudekomplex gehört auch die Kirche Igreja do Carmo, die als ein Prachtexemplar der Lissabonner Gotik gilt.

Im großen Erdbeben von Lissabon 1755 wurde das Bauwerk zerstört. Die von Königin Maria veranlasste Restaurierung kam nach der Säkularisation der Mönchsorden von 1834 ins Stocken, nachdem nur ein Flügel des Klosters wieder hergerichtet war. Dort befindet sich heute das Hauptquartier der portugiesischen Nationalgarde. In den Ruinen der Klosterkirche ist das Museu Arqueológico do Carmo untergebracht. Im dachlosen Kirchenschiff werden außerdem zur Sommerzeit aufgrund der hervorragenden Akustik Konzerte veranstaltet.

Cristo Rei

Der Cristo Rei steht auf einem 75 Meter hohen Sockel. Dieser befindet sich 113 Meter über dem Tejo. Die Statue selbst ist 28 Meter hoch und damit die siebthöchste Christusstatue der Welt. Das Monument ist eines der höchsten Gebäude Portugals und die wichtigste Sehenswürdigkeit des Kreises Almada. Wegen ihrer Höhe ist die Statue einer der besten Aussichtspunkte auf Lissabon. Zusammen mit Fátima und Santiago de Compostela wird die Statue in Portugal zu den drei wichtigsten Wallfahrtsorten der iberischen Halbinsel gezählt.

Als im Jahre 1934 der Erzbischof von Lissabon Dom Manuel Gonçalves Cerejeira die damalige brasilianische Hauptstadt Rio de Janeiro besuchte, inspirierte ihn die (mit 30 m Höhe etwas größere) 1931 eingeweihte Cristo-Redentor-Statue zu einer Nachbildung in Lissabon. Es gelang ihm, den portugiesischen Episkopat von seinem Plan zu überzeugen. Bei einer Versammlung am 20. April 1940 in Fátima gelobten die Bischöfe, die Statue zu errichten, sollte Gott Portugal vor dem Zweiten Weltkrieg verschonen.

Nach dem Ende des Kriegs begann am 18. Dezember 1949 der Bau der Statue. Die Christus-Skulptur wurde vom portugiesischen Bildhauer Francisco Franco de Sousa hergestellt. Der portugiesische Architekt António Lino entwarf den Sockel. Nach rund zehn Jahren Bauzeit wurde die Statue am Pfingstsonntag 17. Mai 1959 vor 300.000 Menschen eingeweiht.

Praça do Comércio und Paço da Ribeira

Die städtische Entwicklung am Ufer des Tejo erhielt durch den Beschluss des portugiesischen Königs Manuels I. einen neuen Palast am Ufer zu bauen, den Paço da Ribeira. Dieser 1511 fertiggestellte Palast diente über 200 Jahre als Residenz der portugiesischen Könige. Die Gebäude um den 170 mal 170 Meter großen Platz entwarf der portugiesische Architekt Eugénio dos Santos in der Form eines rechteckigen U, das sich zum Tejo hin öffnet. Die von Arkaden gesäumten, viergeschossigen Gebäude besitzen zwei Flügel, die in zwei großen Türmen enden. Damit zitierte Santos den nicht mehr vorhandenen Uferpalast, um diesen weiterhin in der städtischen Architektur zu belassen. Seine Entwürfe wurden nahezu komplett verwirklicht, lediglich einige dekorative Elemente wurden geändert und der östliche Turm und die Torbögen zur Rua August erst 1875 vollendet.

Der Platz erhielt mit seiner Umgestaltung auch einen neuen Namen, Praça do Comércio, zu Deutsch Handelsplatz, um so auch die neue Funktion des Platzes zu verdeutlichen. Die Gebäude um die Praça do Comércio nahmen zahlreiche Büros für die Zoll- und Hafenverwaltung auf, ein Zeichen der wirtschaftlichen Stärke Lissabons. Hauptbestandteil des gesamten Ensembles bildete die Reiterstatue Josés I., die 1775 durch den Künstler Joaquim Machado de Castro entworfen wurde.

Igreja de Santa Engrácia

Das derzeitige Gebäude der Igreja de Santa Engrácia ersetzte mehrere bereits davor am gleichen Ort bestehende Kirchen, die ebenfalls nach der Märtyrerin von Braga aus dem 12. Jahrhundert, der heiligen Engrácia, benannt waren. Die erste Kirche stiftete Prinzessin Maria, Tochter aus der dritte Ehe des portugiesischen Königs Manuel I., etwa um 1568. Die ersten Bauarbeiten für das derzeitige Kirchengebäude begannen 1681, nachdem die vorigen teilweise eingestürzt waren. Die Leitung des Baus übernahm João Antunes, königlicher Architekt und zu der Zeit einer der bekanntesten Barockarchitekten Portugals.

Die Bauarbeiten für die neue Kirche zogen sich von 1682 bis 1712 hin, bis Antunes verstarb. Der damalige König João V. hatte kein Interesse an der neuen Kirche in Alfama, er investierte die Steuermittel lieber in den gigantischen Konvent von Mafra. Die Kirche blieb bis ins 20. Jahrhundert unvollendet. So bürgerte sich die Bezeichnung Obras de Santa Engrácia, zu Deutsch Bauarbeiten von Santa Engrácia, als Synonym für lange, unvollendete Werke in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Letztendlich entschied die portugiesische Politik während des Estado Novo die Kirche fertigzustellen. Daher wurde die Kirche, vor allem die Kuppel, bis 1966 vollendet und darauf geweiht.

Ponte 25 de Abril

Die Ponte 25 de Abril (deutsch: Brücke des 25. April) ist ein 3,2 Kilometer langer Brückenzug mit einer 2278 Meter langen Hängebrücke über den Tejo. Sie ist weltweit, nach der Yavuz-Sultan-Selim-Brücke und der Tsing-Ma-Brücke, die drittlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie verbindet in Nord-Süd-Richtung den Lissabonner Stadtteil Alcântara mit der Stadt Almada. Über die Brücke führt in sechs Spuren die Autobahn A2/IP7. Unter den Einheimischen wird sie schlicht Ponte genannt.

Erste Überlegungen zu einer Verbindung in den Süden gehen nachweislich bereits in das späte 19. Jahrhundert zurück. 1913 wurde der Regierung der Vorschlag einer Brückenkonstruktion von der Rocha Conde de Óbidos nach Almada unterbreitet. Diese Pläne wurden 1921 wieder durch den spanischen Bauingenieur Peña Boeuf aufgegriffen. Er erreichte, dass sein Vorschlag vor dem portugiesischen Parlament angehört wurde. Nach diesen Initiativen setzt der für öffentliche Bauten zuständige Minister Duarte Pacheco 1933 eine erste Kommission ein. Die 1934 vorgestellten Ergebnisse mündeten schließlich in den Bau der Brücke im Nordosten bei Vila Franca de Xira.

Erst 1953 wurde eine weitere Kommission durch die Regierung beauftragt, entsprechende Pläne auszuarbeiten bzw. zu prüfen, die wiederum sowohl einen Schienen- als auch Straßenverkehr ermöglichen sollten. 1958 sprach die Kommission die Empfehlung einer Brückenverbindung vom Lissabonner Südufer zum Cristo-Rei aus. Am 5. November 1962 wurde mit dem Bau begonnen. Der benötigte Stahl wurde aus den Vereinigten Staaten importiert. Von den bis zu 3000 Arbeitern auf der Baustelle verloren vier ihr Leben. Mit der Fertigstellung im August 1966 wurden zirka 2,2 Millionen Personenstunden benötigt, wobei die geplante Baudauer um sechs Monate unterschritten wurde.

Am 6. August 1966 wurde die Brücke unter dem Namen Salazar-Brücke feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. Nach der Nelkenrevolution vom 25. April 1974 wurde sie in Ponte 25 de Abril umbenannt.

Beim Bau war die Erweiterung um ein Eisenbahndeck mit zwei Schienensträngen vorgesehen. Dies wurde erst zwischen den Jahren 1996 und 1999 unter der Fahrbahnplatte zusammen mit der Verbreiterung um zwei Fahrstreifen realisiert. Dazu wurden über den beiden vorhandenen Tragkabeln zwei neue montiert, die in neuen externen Ankerblöcken verankert wurden. Die Erweiterung wurde am 30. Juni 1999 freigegeben.

Die Hauptöffnung der Ponte 25 de Abril hat eine Stützweite von 1012,88 m, die beiden Seitenöffnungen von je 482,42 m. Zusammen mit einer Anschlussöffnung auf der Südseite mit 98,64 m Spannweite und zwei Anschlussöffnungen auf der Nordseite mit je 98,64 m ergibt sich für die stählerne Hängebrücke eine Länge von 2275,64 m. Die Vorlandbrücke am Nordufer des Tejo, eine Spannbetonkonstruktion, hat bei Stützweiten von bis zu 76 m eine Länge von zirka 937 m. Die beiden Hauptpfeiler der Hängebrücke besitzen eine Höhe von 190 m und sind 82 m unter dem Meeresspiegel gegründet. Die Höhe der Fahrbahnen über dem Wasser beträgt 70 m. Die Baukosten beliefen sich damals auf zirka 2,2 Milliarden Escudos bzw 32 Millionen US$ (Umgerechnet auf 2006 würde dies rund 201 Millionen US-Dollar entsprechen).

Aufgrund der Farbe des Anstrichs und des fachwerkartigen Versteifungsträgers hat die Ponte 25 de Abril auf den ersten Blick Ähnlichkeiten mit der Golden Gate Bridge in San Francisco. Allerdings sind die markanten Pylone in Querrichtung nicht durch horizontale Riegel, sondern durch schräge, sich kreuzende Riegel ausgesteift. Außerdem sind die meisten Maße der Ponte 25 de Abril kleiner.

Ponte Vasco da Gama

Die Ponte Vasco da Gama (deutsch: Vasco-da-Gama-Brücke) ist ein Brückenzug mit einer Schrägseilbrücke als Hauptöffnung, der den Fluss Tejo überspannt und Lissabon per Autobahn von Moscavide/Sacavém mit den südöstlich und südlich gelegenen Städten Montijo, Alcochete und Setúbal verbindet. Benannt wurde sie nach dem portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama und soll an die 500-jährige Entdeckung des Seeweges nach Indien 1498 erinnern.

Sie ist mit 17,185 km eine der längsten Brücken der Welt und die längste in Europa. Die maximale Spannweite beträgt 420 Meter, die Pylone sind 155 Meter hoch.

Die Brücke wurde (teils privat, teils durch EU-Hilfen finanziert) zwischen 1995 und 1998 zur Weltausstellung Expo 98 erbaut, um die Ponte 25 de Abril sowie weitere Infrastrukturen Lissabons vom Nord-Süd-Verkehr zu entlasten. Bei ihrem Bau ereignete sich am 10. April 1997 ein tödlicher Unfall, als ein Metallgerüst einstürzte und sechs Arbeiter ums Leben kamen. Beim Bau musste das Naturschutzgebiet Parque Natural do Estuário do Tejo mit einem Wasservögel-Bestand berücksichtigt werden. 300 Familien wurden umgesiedelt.

alternative Erklärung