Hong Kong

Geschichte:

Während der Han-Dynastie wurde das Gebiet des heutigen Hongkong von Han-Chinesen besiedelt. Während der Tang-Dynastie war die Region um Guangzhou ein bedeutendes Handelszentrum und die Region von Hongkong und dem heutigen Shenzhen diente als Hafen. Die erste starke Migration aus dem nördlichen China setzte während der Song-Dynastie ein. Nachdem die Yuan-Dynastie infolge der Mongolenkriege auch über Hongkong die Macht übernommen hatte, verstärkte sich die Einwanderung aus Richtung Norden, nach wie vor blieb die Region jedoch relativ abgeschottet und lebte vom Fischfang und der Perlenzucht. Im Jahre 1517 landete der portugiesische Händler Fernão Pires de Andrade an der südchinesischen Küste, vermutlich in Hongkong, wo für jene Zeit einige größere Siedlungen belegt sind. Nach dem Fall der Ming-Dynastie fiel die Region des heutigen Hongkong an den Bezirk Xin'an.

699 gelangte die britische Ostindien-Kompanie zum ersten Mal nach China. Im Jahr 1711 wurde ein fester Handelsstützpunkt in Guangzhou gegründet. Als die Briten begannen, Opium nach China einzuführen, führte dies zum Ersten Opiumkrieg und schließlich zur Besetzung Hongkongs durch die Briten 1841. Ein Jahr später wurde das Gebiet mit dem Vertrag von Nanjing offiziell von China an die Besatzer abgetreten, wodurch der Weg Hongkongs zur britischen Kronkolonie im Jahr 1843 geebnet wurde. 1860 folgte die Abtretung Kowloons und am 9. Juni 1898 wurde das Gebiet nördlich Kowloons bis zum Shenzhen-Fluss (die New Territories) sowie weitere 235 Inseln auf 99 Jahre gepachtet, um die Versorgung der Kronkolonie mit Wasser und Nahrungsmitteln zu gewährleisten und um das Gebiet militärisch abzusichern. Durch die Handelsliberalisierungen, die nach den Opiumkriegen durchgesetzt worden waren, entwickelte sich Hongkong zu einer wichtigen Freihandelszone in Ostasien. Hongkong wurde zum Zufluchtsort für Taiping und Monarchisten (nach Gründung der Republik 1912) und Kommunisten (nach Chiang Kai-sheks Verfolgung 1927). Die Bevölkerungszahl stieg 1851-1931 von 33.000 auf 879.000 Einwohner, davon 95 % Chinesen.

Unmittelbar nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Ostasien wurde Hongkong von der japanischen Armee unter Führung von Sakai Takashi angegriffen. Nach zweieinhalb Wochen Kampf mussten sich die Briten den Japanern ergeben. Die japanische Besetzung Hongkongs endete mit der Kapitulation Japans am 16. August 1945. Damit wurde auch die britische Souveränität über Hongkong wiederhergestellt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Hongkong großteils zerstört und verarmt. Nach Ausrufung der Volksrepublik China flohen hunderttausende politisch Verfolgte nach Hongkong, viele ausländische Unternehmen verlegten ihre Vertretungen von Shanghai nach Hongkong. Zu Beginn der 1950er Jahre brachte ein Wirtschaftsembargo gegen die gerade gegründete Volksrepublik eine weitere Krise. Nach dessen Aufhebung erlebte Hongkong einen Boom und wurde zu einer der effizientesten Wirtschaften der Welt. Im Gefolge der Kulturrevolution brachen in den 1960er Jahren gewaltsame soziale Konflikte aus. Nach dem Tod Mao Zedongs begann dessen Nachfolger Deng Xiaoping die wirtschaftliche Öffnung Chinas gegenüber dem Ausland durch Sonderwirtschaftszonen wie im nördlich an Hongkong anschließenden Shenzhen. Seit den 1980er Jahren sind deshalb fast alle Produktionsbetriebe aus Hongkong nach China abgewandert und die Stadt wurde zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum.

Im Jahre 1982 begannen Gespräche zwischen den Premierministern des Vereinigten Königreichs und der Volksrepublik China über die Zukunft des Territoriums. Die britische Seite unter Margaret Thatcher hatte ursprünglich gehofft, dass die Politik der Öffnung in China dazu führen könnte, dass China die britische Herrschaft über das Gebiet akzeptiert. Das Gegenteil war der Fall, China verlangte nicht nur die Rückgabe des für 99 Jahre gepachteten Gebietes, sondern auch die Rückgabe der im Vertrag von Nanking abgetretenen Territorien, da es den Vertrag als unfair ablehnte. Dieser Standpunkt war schon zehn Jahre zuvor durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen bestätigt worden. Im Juli 1989 wurde den Bürgern mitgeteilt, dass sie trotz britischen Passes kein ständiges Wohnrecht in Großbritannien eingeräumt bekämen.

Ende 1993 brachen die sino-britischen Gespräche über Hongkong nach 17 Verhandlungsrunden ab, da Uneinigkeit über die Einführung demokratischer Wahlen im Legislativrat bestand. Im Juni 1994 verabschiedete der Legislativrat die von Gouverneur Lord Chris Patten vorgeschlagenen Wahlreformen. Die VR China kündigte daraufhin an, dass sie den gewählten Legislativrat mit der Übergabe am 1. Juli 1997 auflösen werde. Vorder- und Rückseite (Ausschnitt) eines Briefes vom Dezember 2006 aus Hongkong: Briefmarken mit dem Porträt der britischen Königin können dort seit dem 1. Juli 1997 nicht mehr als Postwertzeichen verwendet werden. Am 1. Juli 1997 übernahm die Volksrepublik China die Kontrolle über Hongkong. Seitdem ist Hongkong eine Sonderverwaltungszone mit einem hohen Maß an Autonomie.

Lage:

Informationen:

Ort: Hong Kong

Land: China

Besucht am: 03. - 05.03.2016

Fläche: 1104 km²

Einwohner: 7.324.300 (Ende 2015)

Web: Tian Tan Buddha

Web: The Peak

Web: 10 Thousend Buddhas

Bilder:

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Tian Tan Buddha und Po Lin Kloster

Mit dem Bau des Tian Tan Buddha wurde Ende der 1980er Jahre begonnen. Am 29. Dezember 1993 wurde das Monument eingeweiht, nachdem auch die Zufahrtswege ausgebaut waren. Er wurde aus 202 Bronzeteilen zusammengesetzt. Im Inneren der Statue gibt es einen starken Stahlrahmen, um der großen Last der Außenhülle und dem Winddruck zu widerstehen. Die Baukosten des Riesenbuddha wurden auf bis zu 68 Millionen Hongkong-Dollar geschätzt.

Die umgangssprachlich auch "Big Buddha" genannte Buddhastatue ist eine Darstellung des Buddha Amitabha und sitzt auf einem Lotusthron auf einem dreistufigen Altar. Die Figur selbst ist 34 Meter hoch und wiegt 250 Tonnen. Wie bei allen Buddhastatuen sind die Hände zu sogenannten Mudra geformt. Diese Gesten haben spezifische symbolische Bedeutungen: Die rechte Hand ist erhoben als Zeichen der Zurückweisung des Leidens, die linke Hand ruht im Schoß in einer Geste des Gebens. Auf der Brust trägt der Buddha das Swastika, ein heiliges Glücksymbol. Buddhistische Statuen preisen den Tian Tan Buddha.

Die Buddhastatue ist von acht kleineren Bronzestatuen umgeben, die Götter oder Unsterbliche darstellen und in den Händen jeweils verschiedene symbolische Gegenstände in Richtung des Buddhas hochhalten. Die Statue wird Tian Tan Buddha genannt, weil seine Basis in Anlehnung an den Altar des Himmels beziehungsweise den Tempel des Himmels in Beijing gestaltet wurde. Atypisch für Buddha-Statuen schaut er auch nach Norden, in Richtung von Beijing.

Das Po Lin Kloster zählt zu den wichtigsten Klöstern des Buddhismus. Wörtlich übersetzt heißt es "kostbarer Lotus Meditationskloster". Es wurde im Jahr 1928 offiziell eröffnet. In der heutigen Anordnung besteht es erst seit den 70er Jahren.

Victoria Peak

Der Victoria Peak ist ein Berg mit einer Höhe von 552 Metern. Sein chinesischer Name Tai Ping Shan bedeutet "Berg des großen Friedens". Der Gipfel bietet einen weiten Blick über Kowloon und große Teile der Insel Hongkong. Auf einer Höhe von 379m liegt der Peak Tower mit der Aussichtsplattform Sky Terrace 148.

Den Peak Tower kann am besten mit der Peak Tram erreicht werden. Mit dem Bau der Peak Tram wurde 1885 begonnen und am 28.oder 30. Mai 1888 durch den Gouverneur Sir George William des Voeux eröffnet, ursprünglich von einer stationären Dampfmaschine angetrieben und galt als technisches Wunderwerk. 800 Passagiere nutzten die Bahn am ersten Betriebstag, 150.000 im ersten Betriebsjahr. Sie diente zunächst vor allem den Anwohnern von Victoria Peak und förderte die Besiedlung des darunter liegenden Hanges sehr stark.

1908 bis 1949 waren die Sitze in der ersten Reihe jeden Wagens für den Gouverneur der Kronkolonie Hongkong reserviert. An der Rückenlehne waren Bronze-Schilder mit der Aufschrift angebracht: "This seat reservation to His Excellency the Governor". Wollte der Gouverneur nicht mitfahren - was ja meistens der Fall war - wurden die Sitze unmittelbar vor der Abfahrt zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Zwei Mal, 1899, und am 12. Juni 1966 kam es aufgrund der Topografie nach schweren Regenfällen zu Hangrutschungen, die auch Teile der Strecke mit rissen. 1926 wurde der Betrieb grundsätzlich umstrukturiert. Seit dem fährt die Standseilbahn mit elektrischer Energie. Neue Fahrzeuge mit 52 Plätzen wurden be-, das Drei-Klassensystem abgeschafft. Am 11. Dezember 1941 wurde bei dem Angriff der Japaner auf Hongkong das Maschinenhaus, in dem sich der Motor für die Anlage befand, schwer beschädigt. So ruhte der Betrieb während der japanischen Besetzung und wurde erst nach der Rückeroberung am 25. Dezember 1945 wieder aufgenommen. 1948 gab es neue Fahrzeuge mit 62 Sitzplätzen, 1959 erhielt die Bahn neue Fahrzeuge aus Leichtmetall, die 72 Reisende befördern konnten.

1989 wurde die Anlage durch den Schweizer Industriekonzern Von Roll grundlegend überholt: Der Fahrweg wurde neu gebaut, die Steuerung durch Computer kontrolliert und neue Fahrzeuge von der Gangloff AG, Schweiz, beschafft. Die neuen Doppelwagen haben eine Kapazität für 120 Reisende. Heute nutzen jedes Jahr 4 Millionen Fahrgäste die Peak Tramway, täglich mehr als 11.000. Die Bahn ist täglich zwischen 7 und 24 Uhr in Betrieb, fährt ohne Fahrplan nach Bedarf, aber mindestens alle 15 Minuten.

Die eingleisige Strecke hat in der Mitte eine Ausweiche, die es ermöglicht, dass der bergwärts und der talwärts fahrende Wagen einander passieren können. Die 1365 m lange Strecke hat eine Spurweite von 1520 mm, der Höhenunterschied beträgt 368 m. Die Steigung variiert in einzelnen Abschnitten erheblich zwischen 4° und 27°, wobei der steilste eine Steigung von 48 % aufweist - das entspricht einem Winkel von ca. 26° gegenüber der Horizontalen. Die Strecke bedient vier Zwischenhalte. Eine Fahrt über die Gesamtstrecke dauert knapp 5 Minuten bei einer Reisegeschwindigkeit von 21,5 km/h.

International Commerce Center

Mit einer Höhe von 484 Metern ist das International Commerce Centre das höchste Gebäude Hongkongs und löste damit das 412 Meter hohe Two International Finance Centre ab. Darüber hinaus ist es derzeit (Stand 2014) das siebthöchste Gebäude der Welt.

Das über 108 Etagen verfügende Bauwerk besitzt einen quadratischen Grundriss und schließt mit einem Flachdach ab. An den Ecken befinden sich jeweils kleinere Einsprünge. Die Fassade des Wolkenkratzers wurde vollständig mit bläulich schimmerndem Glas verkleidet. Die tragenden Elemente der Außenwände bestehen vorwiegend aus Stahl. Im Inneren des Wolkenkratzers befindet sich ein massiver Kern aus Stahlbeton. In ihm verlaufen sämtliche Versorgungsleitungen wie Aufzugsanlagen, Kabel und Rohre sowie Schächte zur Belüftung des Turms. Die meisten neuen Wolkenkratzer sind in dieser Methode errichtet, die eine höhere Sicherheit, insbesondere im Brandfall, gewährleisten soll.

10.000 Buddhas

Die Ten Thousand Buddhas Monastery wurde 1957 errichtet. Der baufreudige Mönch Yuet Kai hatte prophezeit, dass er niemals verwesen werde. Nach seinem Tod 1965 wurde er seiner Anordnung gemäß hinter dem Tempel in einer Hockhaltung beigesetzt. Als ihn Anhänger nach einigen Monaten wieder ausgruben und überrascht eine Mumifizierung ohne Verwesungserscheinungen feststellten, überzogen sie den Körper Yuet Kais mit Gold und legten den Klostergründer in einen Glasschrein mitten in große Halle des Tempels.

Der Name des Tempels bezieht sich allerdings nicht auf den Mönch sondern auf die 12.800 verschiedenen Buddhastatuen, die sich an den Wänden des Tempels finden. Die Zahl 10.000 lässt sich mit den chinesischen Zähleinheiten erklären. Die größte chinesische Zähleinheit - zehntausend - kann auch mit "sehr viel" oder "unendlich viel" übersetzt werden. 431 Stufen führen zur Klosteranlage, die aus 5 Tempeln, 4 Pavillons und einer Pagode besteht. Vor allem wenn es, wie in der Region üblich, sehr warm und feucht ist, kann der Aufstieg äußerst anstrengend sein. Gesäumt ist der Weg zum Kloster mit 500 lebensgroßen vergoldeten Figuren des buddhistischen Heiligen Arhat.

Der Tempel der 10.000 Buddhas bildet das Hauptgebäude des gesamten Klosters. Der Ausdruck "Kloster" ist allerdings irreführend, da heute keine Mönche in der Anlage leben. Die neunstufige Pagode, so wird der für buddhistische Anlagen typische mehrgeschossige Turm mit den vorragenden Dachvorsprüngen bezeichnet, bietet den Besuchern auf der ersten Ebene der Anlage einen sehr guten Ausblick über den Stadtteil Sha Tin und das umliegende Tal. Verbunden sind die untere Tempelhalle und die Pagode durch einen Tempelplatz mit bunten Betonfiguren der 18 Luohan, so werden die wichtigsten Schüler und vollendeten Heiligen Buddhas in China genannt. Ebenfalls auf dieser Terrasse befinden sich der weiße Elefant der Gottheit des Feuers- Pu Xian - und der blaue Löwe des Weisen Wen Shu. Durch Kacheln verdeckte Urnen finden sich in den Wandnischen der Ahnenhallen auf den oberenen Ebenen der Anlage. Der Name des Toten und ein Foto verweisen auf die Identität des jeweiligen Verstorbenen. Die Opfergaben, die vor den Hallen in kleinen Öfen verbrannt werden, dienen dem Gedenken an diese Ahnen. 1997 durch einen Erdrutsch stark beschädigt und nur mehr unvollständig restauriert wurden die vier kleinen Tempel: Temple of The God of Heaven, Candi Buddha Temple, Kwun Yam Temple, Temple of the Nei Tor Buddha.

In der Haupthalle des Tempels stehen im Licht hunderter Kerzen drei sehr große, goldüberzogene Buddhastatuen, die von den 12.800 kleineren Buddhas umgeben sind. Bei den drei Buddhas handelt es sich um Koon Yum, die Göttin der Barmherzigkeit, Yao Shi Fo, den Medizin-Buddha, und Di Zhang, den Gott über Erde und Hölle. Die 12.800 kleineren, von Handwerkern aus Shangai hergestellten Buddhas sind von gläubigen Buddhisten gespendet worden. Der Glaskasten mit der Mumie des Klostergründers befindet sich in der höhergelegenen Man Fat Tempelanlage in der Yuet-Kai-Halle. Die eher schmucklose Anlage besteht insgesamt aus vier Hallen, bietet jedoch den besten Überblick in das Tal.