Geschichte:
Erstmals erwähnt wird das Schloss Hohenschwangau als “Burg Schwanstein” im 12. Jh., als Sitz der Edlen vom Schwangau. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer, die Burg verfiel, wurde neu aufgebaut und wieder zerstört. Quellen aus dem Jahr 1523 zufolge war die Burg Schwanstein damals in schlechtem Zustand. Aufgrund des dünnen Gemäuers konnte sie keinesfalls mehr als wehrhaft bezeichnet werden. Somit ließ sie der Augsburger Patrizier Paumgarten zwischen 1538 und 1541 von dem italienischen Baumeister Licio de Spari instandsetzen. Dies war jedoch so aufwendig und umfassend, dass eher von einem Neubau der Burg als von ihrer Restaurierung gesprochen werden konnte. Anschließend wählte die Herrschaft von Schwangau die Burg als Hauptsitz.
Eine Änderung trat erst mit dem Jahr 1832 ein, als der bayrische König Maximilian II., zu dieser Zeit noch Kronprinz, die Ruine von Schwanstein kaufte.
Er beauftragte Domenic Quaglio damit, die Burg neu aufzubauen. Quaglio war eigentlich gar kein Architekt, sondern Architekturmaler, entwarf aber trotzdem einen neuen Bau im Stil der damals beliebten Neugotik. König Maximilian II. war von den Entwürfen des Malers zu Schloss Hohenschwangau so begeistert, dass er ihn auch zum Leiter der Bauarbeiten machte. Das war allerdings ein Fehler. Da Quaglio vom Bauwesen keine Ahnung hatte, war das ganze Unterfangen für ihn sehr teuer und sehr anstrengend. Bevor Schloss Hohenschwangau fertig gestellt war, starb Quaglio im Jahr 1837 im Alter von 60 Jahren. Seine Nachfolge wurde von Joseph Daniel Ohlmüller übernommen, diesmal einem richtigen Architekten. Da Quaglio die Innenausstattung von Schloss Hohenschwangau nicht mehr hatte planen können, wurde sie von Moritz von Schwind vorgenommen. Noch heute ist das Schloss so ausgestaltet, wie die Entwürfe es vorgesehen hatten.
Besondere Bedeutung erhielt Schloss Hohenschwangau dadurch, dass die königliche Familie von Bayern die Anlage nicht nur als Sommerresidenz nutzte. Ludwig II., später auch als der Märchenkönig bekannt, verbrachte hier fast seine gesamte Kindheit. Er hatte von Schloss Hohenschwangau oft die Gelegenheit, die Ruinen Vorder- und Hinterhohenschwangau zu besichtigen, die er schliesslich zum märchenhaften Schloss Neuschwanstein umbauen liess. Bis es so weit war, nutzte Ludwig II. die Zeit seines Aufenthaltes auf Schloss Hohenschwangau vor allem dazu, Zeichnungen anzufertigen und Tagebuch zu schreiben.
Während Ludwig II. als König schliesslich nach München zog, nahm seine Mutter, Marie von Bayern, Residenz auf Schloss Hohenschwangau. Sie blieb auch nach dem Selbstmord ihres Sohnes hier und lebte noch drei Jahre, ehe sie starb. In der folgenden Zeit wurde die Anlage nur sporadisch genutzt. Erst im Jahr 1941 zog wieder ein Mitglied der ehemals königlichen Familie auf Schloss Hohenschwangau ein. Der Grund dafür war profan: Der sogenannte Prinzenerlass, der regelte, dass Prinzen nicht Mitglied der Wehrmacht werden durften, sorgte für ein überraschendes Ausscheiden des Prinzen aus der deutschen Armee. Er zog sich danach nach Schloss Hohenschwangau zurück, schmollend, wie manche Zeitgenossen daraufhin sagten.