Geschichte:
Helsinki wurde im Jahre 1550 vom schwedischen König Gustav I. Wasa an der Mündung des Vantaa-Flusses gegründet. Auf Befehl des Königs musste das Bürgertum aus den Städten Rauma, Ulvila, Porvoo und Tammisaari in die neue Hauptstadt umsiedeln. Mit der neuen Stadt wollte Gustav I. Wasa Tallinn (Reval), das sich am gegenüberliegenden Ufer des Finnischen Meerbusens befindet, Konkurrenz um Geschäfte mit Russland machen. Tallinn wurde allerdings bald ein Teil Schwedens, was wiederum die Entwicklung von Helsinki verlangsamte. Um den Hafen zu verbessern, wurde die Stadt 1640 dort umgesiedelt, wo heute der Stadtteil Kruununhaka liegt.
Die ersten 200 Jahre nach der Gründung blieb Helsinki eine kleine, bescheidene Stadt. Sie begann an Bedeutung zu gewinnen, als Schweden 1748 infolge kriegerischer Auseinandersetzungen seine östlichsten Gebiete an Russland verlor. Im Anschluss daran begannen die Schweden, auf vorgelagerten Inseln direkt an der Küste Helsinkis eine Seefestung zu bauen, um den östlichen Teil des Königreichs zu schützen. Die Festungsinseln mit dem Namen Viapori (Sveaborg auf Schwedisch) wurden bald auch das "Gibraltar des Nordens" genannt. Im Zuge der finnischen Unabhängigkeit wurde Viapori 1918 in Suomenlinna umbenannt. Sie zählt zu den größten Seefestungen Europas und steht seit 1991 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.
Nach dem Schwedisch-Russischen Krieg wurde Finnland 1809 als autonomes Großfürstentum Teil des Russischen Kaiserreiches. Drei Jahre später ernannte der Zar Alexander I. Helsinki zur Hauptstadt des Großfürstentums. Zu dieser Zeit entstand u. a. das historische Zentrum im Stil des Neoklassizismus rund um den Dom am Senatsplatz. Das Ende des 19. Jahrhunderts war eine Zeit großer Veränderungen im Großfürstentum und in Helsinki. Die Stadt wuchs schnell und entwickelte sich zu einer modernen europäischen Stadt. Die erste Sitzung des Stadtrates fand 1875 statt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überschritt die Einwohnerzahl von Helsinki die 100.000er-Marke.
Mit der Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 wurde Helsinki die Hauptstadt der neu gegründeten Republik. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Helsinki durch die Sowjetunion häufig bombardiert. Die Schäden hielten sich glücklicherweise in Grenzen, da dank u. a. einer effektiven Luftabwehr nur 5 % der Bomben das Stadtgebiet trafen. Bei 1.500 Bombardements starben 150 Personen und rund 100 Häuser wurden zerstört. Am Ende des Krieges 1944 zählte Helsinki 275.000 Einwohner.
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums war eine Gemeindereform in der Hauptstadtregion notwendig. Daher wurden 1946 die bisher selbstständigen Gemeinden Huopalahti, Oulunkylä, Kulosaari, Haaga sowie ein großer Teil der Landgemeinde Helsinki (heute Stadt Vantaa) in die Hauptstadt eingemeindet. Mit der Eingemeindung wuchs die Einwohnerzahl von Helsinki um 51.000 und die Fläche verfünffachte sich. Im Jahr 1966 wurde noch Vuosaari östlich der Stadt in Helsinki eingemeindet. Zum bisher letzten Mal gewann Helsinki 2009 an Fläche, als Teile der Nachbargemeinden Sipoo und Vantaa der Hauptstadt zugeschlagen wurden.
Im Jahr 1952 wurden in Helsinki die 12. Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Ursprünglich hätten die Spiele bereits 1940 stattfinden sollen, aber wegen des Krieges wurden sie abgesagt. Die Olympischen Spiele waren ein internationales Großereignis, das zugleich symbolisch das Ende der Nachkriegszeit in Finnland bedeutete. Im Jahr 2000 war Helsinki zusammen mit acht anderen Städten die Kulturhauptstadt Europas.