Geschichte:
Ausführliche Geschichte von Florenz
Florenz wurde im Jahr 59 v. Chr. als Siedlung für ehemalige Soldaten gegründet und erhielt von Julius Caesar den Namen Florentia, "Die blühen möge" . Allerdings war Florenz damals ein relativ unscheinbarer Provinzort. Zu Zeiten der römischen Herrschaft war von einem blühenden Ort allerdings nicht viel zu merken. Die Römer ließen die Provinz "links liegen", ihr Getreide bezogen sie lieber aus Ägypten und Sizilien. So lag die Landwirtschaft bald brach und die zahlreichen Kriege, die Rom führte, ließen die Provinz finanziell und personell ausbluten. Am Ende des römischen Reiches war auch die Toskana - und mit ihr Florenz - alles andere als blühend. Die Region war verarmt und in weiten Teilen verwüstet.
Besonders in der Zeit der Völkerwanderung gab es immer wieder Überfälle - u.a. von Ostgoten und Byzantinern - in deren Verlauf Florenz geplündert wurde. Etwas Ruhe kehrte ein, als die Langobarden - ein germanischer Stamm - um 568 die Toskana eroberten. Die Landwirtschaft lebte wieder auf und auch die Städte waren vor Überfällen weitgehend sicher und konnten wieder wachsen. Das Christentum begann sich durchzusetzen und in Florenz entstanden erste Kirchenbauten.
Mit der Eroberung durch Karl den Großen wurde Nord- und Mittelitalien ins Fränkische Reich eingegliedert. Für Florenz brachte das jedoch keinen Vorteil. Die Stadt blieb in der zweiten Reihe, denn als Residenzstadt des fränkischen Verwalters bestimmte man Lucca. Das änderte sich erst, als um etwa 1000 die Residenz nach Florenz verlegt wurde. Nun ging es mit der Stadt langsam aufwärts und erste Prachtbauten entstanden.
Der große Durchbruch war das jedoch noch nicht; Siena, Pisa und Lucca waren immer noch mächtiger als Florenz.
Diese Städte standen auf der Seite des Kaisers, während Florenz sich auf die Seite des Papstes geschlagen hatte. Der Papst und der Kaiser bekämpften sich, wobei es natürlich um Macht und Reichtum ging. Allerdings war die Papstseite bereit, den Städten eine größere Autonomie zu gewähren. Im 12. Jahrhundert setzten sich in Florenz reiche Kaufmannsfamilien durch, die den Adel von der Macht verdrängten. Im Jahre 1282 übernahmen sie die Regierung der Stadt, Florenz wurde nun durch das Bürgertum regiert.
Mit der Herrschaft der Patrizierfamilien wuchs der Wohlstand und damit auch der politische Einfluss - zumindest der "Oberschicht". In der Stadt florierten die Goldschmiedekunst, die Tuchverarbeitung, die Herstellung von Leder und Metall sowie die Bearbeitung von Marmor. Mit der Herausgabe des "Goldflorins" - einer in Florenz geprägten Münze - mit der das kaiserliche Privileg der Münzprägung gebrochen wurde, kamen die Bankhäuser in Florenz zu ungeahntem Wohlstand. Der Goldflorin wurde für einige Zeit die gefragteste Währung in Europa.
Dieser Aufschwung hatte Auswirkungen auf viele Bereiche. So wuchs die Bevölkerung der Stadt auf die für damalige Verhältnisse gewaltige Zahl von mehr als 100.000. Eine ganze Reihe benachbarter Städte wurde entweder durch Eroberung oder durch schlichten Kauf unter die Kontrolle und den Einfluss von Florenz gebracht. Diese wirtschaftliche und politische Blüte kam auch der Kunst zugute, in der Stadt erlebten Kunst und Kultur einen Höhenflug und viele Künstler zog es hierhin. Auch der Bau immer prachtvollerer Gebäude kam in Gang. So deutete sich schon der Beginn der Renaissance an, jener Zeit, in der in Kunst, Architektur, Musik und teilweise auch in der Wissenschaft Maßstäbe gesetzt wurden, die uns noch heute beeinflussen.
Als Wiege der Renaissance wird allgemein Florenz bezeichnet, in der Stadt nahm zu Beginn des 15. Jahrhunderts diese Bewegung ihren Anfang. Eine der treibenden Kräfte war die Familie der Medici, eine der wohlhabendsten und mächtigsten der Stadt. Die Medici entwickelten sich zu großen Befürwortern und Förderern der neuen Richtung, der Renaissance. Dabei kam es zu einer wichtigen Wechselwirkung, mit zunehmendem Reichtum konnte die Kunst immer mehr gefördert werden. Florenz war zu einer der bedeutendsten Städte in Europa geworden.
In der Toskana hatte nun Florenz die eindeutig vorherrschende Stellung und diese Macht sollte auch nach außen gezeigt werden.
Immer mehr prächtige Bauwerke entstanden, der frühere Architekturcharakter, in dem die Wehrhaftigkeit dominierte, wich Prunk und Schönheit. Es zog auch immer mehr namhafte Künstler in die Stadt. Andere, die hier schon sesshaft waren, blieben in Florenz und trugen so zu dem Ruf einer Kunsthauptstadt bei, den sich Florenz in dieser Zeit erarbeitete. Namen wie Botticelli, Leonardo da Vinci oder der wohl am meisten mit Florenz verbundene Michelangelo stehen für diese Periode der Kunsthochburg Florenz. Aber auch Wissenschaftler zog es hierher, so z.B. Galileo Galilei.
Die Geschichte zeigt es jedoch immer wieder, keine noch so ruhmreiche und glänzende Epoche dauert ewig. Auch Florenz musste das erfahren. Die Familie der äußerst einflussreichen Medici, die lange Zeit die Geschicke der Stadt prägte, starb im 17. Jahrhundert aus und damit schwand auch der wirtschaftliche Erfolg und die kulturelle Bedeutung der Stadt. Florenz ging in den Besitz der Habsburger über. Im 19. Jahrhundert, als Bildungsreisen in Mode kamen, wurde Florenz eines der bevorzugten Ziele - zu bieten hatte die Stadt ja wahrlich viel. Damit kam auch ein neuer Aufschwung.
Politisch gab es jedoch unbeständige Zeiten. Nachdem Florenz ein Teil Österreichs geworden war, die Österreicher aber 1859 einen Krieg gegen Frankreich verloren, ging die Stadt an das neue Vereinigte Italien. Eine Zeitlang war Florenz sogar die Hauptstadt dieses Staates, verlor diese Stellung aber schon 1871 an Rom. Trotzdem entwickelte sich Florenz zu einer florierenden Großstadt mit einer starken Wirtschaft und wachsendem Tourismus. Die Einwohnerzahl wuchs enorm, im 20. Jahrhundert hatte sie das Dreifache erreicht.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs stimmte ein Großteil der Bevölkerung gegen den Weiterbestand des Königreiches und votierte für die Republik. Florenz, das mit seinen weltberühmten Kunstwerken ein nicht zu unterschätzendes "Pfund" vorzuweisen hatte, wurde neben Rom eine der Touristenhochburgen des Landes. Einen großen Rückschlag gab es allerdings 1966, als der Arno über die Ufer trat und durch eine große Überschwemmung zahlreiche Menschen starben und sehr viele Kunstwerke beschädigt wurden. Heute ist davon glücklicherweise nicht mehr viel zu merken.