Brüssel

Geschichte:

Eine Legende erzählt, dass Brüssel bereits im 6. Jahrhundert entstanden sein soll. Das erste mal urkundlich erwähnt wird die Siedlung jedoch erst im Jahr 966. Die weitere Stadtentwicklung schritt dann ab dem Jahr 977 voran, als eine Burg und eine Kapelle errichtet wurden. Unter der Herrschaft Herzog Heinrichs I. (1190–1235)von Brabant wurde 1225 begonnen, die alte romanische Stiftskirche durch die heutige gotische Basilika zu ersetzen. 1229 verlieh er dem Ort das Stadtrecht, woraufhin der erste, 4 km lange Mauerring gebaut wurde, der außer der Handwerkersiedlung um den Grote Markt auch die Basilika umschloss und das herzogliche Schloss auf dem Koudenberg.Ab 1420 entstanden das Rathaus und die ersten Zunfthäuser am Großen Markt. 1430 erbte Philipp der Gute, Herzog von Burgund, das Herzogtum Brabant. Er machte Brüssel zur Hauptstadt seines Burgunderreiches. Im Jahr 1477 verbinden sich die Häuser Burgund und Habsburg durch eine Hochzeit von Maria von Burgund mit Maximilian von Habsburg. Margarete von Österreich verlegte die belgische Hauptstadt nach Mechelen, dochim Jahr 1531 wird Brüssel erneut zur Hauptstadt von Burgund.

Unter Philipp II gerät der Großteil Belgiens unter spanisch-niederländische Herrschaft, gegen welche es jedoch mehrere Aufstände gibt. Die Aufstände werden jedoch niedergeschlagen, und es bildet sich die Union von Utrecht. Die Protestanten wurden vom spanischen Statthalter verfolgt, so dass viele Menschen Brüssel den Rücken kehrten, und somit der wirtschaftliche Niedergang der Stadt besiegelt war. Im Jahr 1648 erreichen die nördlichen Niederlande ihre Unabhängigkeit, während der südliche Teil des Landes, und somit auch Brüssel, unter spanischer Herrschaft bleibt. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wollen die Franzosen ihre Vormachtstellung in Europa ausbauen und erobern Teile Belgiens. Der Große Markt von Brüssel wird während eines Bombardements im Jahr 1695 fast komplett zerstört. Anfang des 18. Jahrhunderts kommt es zum Spanischen Erbfolgekrieg, in dem die Habsburger wieder die Herrschaft über Brüssel erlangen.

Ende des 18. Jahrhunderts wird zwar die Unabhängigkeit von den Habsburgern erreicht, kurz darauf marschieren jedoch die Franzosen ein. Mit der Niederlage Napoleons in Waterloo endet auch die französische Herrschaft im Jahr 1815. Wilhelm I von Oranien vereinigt daraufhin wieder die südlichen und die nördlichen Niederlande. Es kommt in der Folge jedoch häufig zu Konflikten, so dass sich der südliche Teil während der Belgischen Revolution abspaltet und den Staat Belgien bildet. Durch die neue Rolle als Hauptstadt eines unabhängigen Staates und durch die Industrialisierung Belgiens im 19. Jahrhundert erlebte Brüssel einen deutlichen Aufschwung. Die Bevölkerung wuchs merklich, auch infolge der starken Zuwanderung aus der Wallonie und Frankreich. 1932 – 1938 wurde Brüssel zweisprachig. Straßennamen, Stadtteile und Bahnhöfe des öffentlichen Nahverkehrs sind seitdem konsequent zweisprachig beschildert, sofern die Namen nicht in beiden Landessprachen übereinstimmen. In den beiden Weltkriegen bleibt Brüssel vor Schäden weitgehend verschont.

Lage:

Informationen:

Ort: Brüssel

Land: Belgien

Gegründet: 1788

Besucht am: 25.05.2012

Fläche: 32,61 km²

Einwohner: 168.979 (Nov. 2012)

Web: http://www.brussel.be

Web: http://atomium.be/

Web: http://www.cathedralestmichel.be/

Bilder:

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Atomium

Am 24. September 1954, kam es im Heysel-Park zur Grundsteinlegung für die Weltausstellung 1958.

>Die friedliche Nutzung der Kernenergie zu wissenschaftlichen Zwecken verkörperte besonders gut diese Themen der Weltaustellung und deshalb wurde die Form des Bauwerkes danach festgelegt – es stellt mit seinen 102 Metern Höhe und seinen neun miteinander verbundenen Kugeln ein 165 Milliarden Mal vergrößerter Eisenkristall dar. Der Entwurf ist dem Ingenieur André Waterkeyn zu verdanken. Die Kugeln wurden von den Architekten André und Jean Polak eingerichtet. Gebaut wurde das Gebäude zwischen 1956-1958

Es war nicht vorgesehen, dass das Atomium nach der Weltausstellung 1958 fortbestehen sollte, aber die Popularität und der Erfolg ließen es bald zu einem wichtigen Bestandteil der Brüsseler und später auch der internationalen Landschaft werden.

Basilique Nationale du Sacré-Cœur

Nationalbasilika des Heiligen Herzens

Die Basilika wurde unter König Leopold II. zum 75. Jahrestag der Unabhängigkeit Belgiens in Auftrag gegeben und in der ersten Version von dem Architekten Pierre Langerock Kathedrale entworfen. Nachdem die Bauarbeiten in der Zeit des Ersten Weltkrieges stillgelegen hatten, wurde 1920 der flämische Architekt Albert Van Huffel mit neuen Entwürfen beauftragt, die unter anderem die Kosten verringern sollten. Die Kirche wurde am 28. Januar 1952 durch Papst Pius XII. zur Basilica minor erhoben.

Die Basilika hat in ihrer heutigen Form eine Länge von 141 m (Hauptschiff) und eine Breite von 107 m (Querschiff), womit sie zu den größten Kirchen der Welt gehört. Sie ist ferner das weltweit größte Gebäude im Art-Deco-Stil und bietet Platz für rund 2.000 Menschen. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 33 m und gibt der Basilika eine Höhe von 93 m.

Manneken Pis

Die 61 Zentimeter hohe Bronzestatue wurde 1619 vom Brüsseler Bildhauer Hieronimus Duquesnoy geschaffen. Die Figur wurde mehrfach gestohlen; die heutige Statue ist eine Kopie aus dem Jahr 1965. Das Original wird im Maison du Roi am Grand-Place aufbewahrt.

Ein Text aus dem Jahr 1388 im Archiv der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula erwähnt bereits eine kleine steinerne Statue namens „Julianekensborre“ an einem Brunnen Ecke rue de l’Etuve und rue du Chêne. Zu dieser Zeit existierten in Brüssel sehr viele solcher Brunnen, die die Stadt mit Trinkwasser versorgten. Der Name „Manneken Pis“ taucht erstmals um 1450 in Texten des Brüsseler Stadtarchivs auf.

Die Statue wird von Zeit zu Zeit eingekleidet. So posiert sie beispielsweise bei Länderspielen im Trikot der belgischen Fußballnationalmannschaft oder wird an den Geburtstagen von Elvis Presley oder Wolfgang Amadeus Mozart entsprechend verkleidet. Am Welt-AIDS-Tag wird sie mit Kondomen bestückt. Es gibt mehr als 850 verschiedene Kostüme.

Cathédrale St. Michel et Gudule

Die Kathedrale St. Michael und St. Gudula (frz. Cathédrale St. Michel et Gudule; ndl. Sint-Michiels en Sint-Goedelekathedraal; häufig verkürzt zu St. Gudule) ist die Hauptkirche der Stadt Brüssel und Sitz des Erzbischofs von Mecheln-Brüssel.

An der Stelle der heutigen Kathedrale auf dem Treurenberg befand sich bereits in karolingischer Zeit (8. Jahrhundert) eine dem Erzengel Michael geweihte Taufkirche. Mit Überführung der Gebeine der Heiligen Gudula hierher im Jahre 1047 wurde das Patrozinium entsprechend erweitert. Der heutige Bau wurde 1226 begonnen und Ende des 15. Jahrhunderts mit Fertigstellung der 69 Meter hohen Türme vollendet. Mit der Erhebung zum Erzbischofssitz 1962 erhielt die Kirche offiziell den Titel einer Kathedrale. Als Nationalkirche des Königreichs Belgien finden in St. Gudula häufig königliche Hochzeiten, Staatsbegräbnisse und ähnliche Zeremonien statt.