Athen

Geschichte:

Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7.500 Jahre, bis in die Jungsteinzeit, zurück. Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Königspalast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (Enneapylai). Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand seit jeher unter dem besonderen Schutz des Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden Athene (Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die Agora. Die Herkunft des Namens Athen ist bisher nicht geklärt, da es keine etymologischen Wurzeln des Begriffs gibt. Man vermutet, dass die Bezeichnung von der Schutzgöttin der Stadt, Athene, abstammt, jedoch ist es genausogut möglich, dass die Göttin nach der Stadt benannt wurde. In der Antike und im Englischen wird der Plural Athinai genutzt, die Selbsbezeichnung Bewohner der attischen Halbinsel (vgl. die Dörfer Demos).

Die mykenische Königsburg Athens blieb, anders als die meisten anderen mykenischen Burgen Griechenlands, von der dorischen Eroberung verschont; auch betonten die Bewohner Attikas stets ihre alte ionische Tradition und dass sie keine dorischen Elemente aufwiesen. Dennoch hinterließen die Umwälzungen der Völkerwanderung nach 1200 v. Chr. auch in Athen ihre Spuren, dessen Einfluss im Dunklen Zeitalter der nächsten Jahrhunderte eher gering blieb. In Athen hielt sich zunächst noch das lokale Königtum, dessen Ahnenreihe man mit der mythischen Urzeit zu verknüpfen suchte. Durch die zentrale Lage und die rege Teilnahme am Seehandel über seinen Hafen Piräus gewann Athen bald an Wohlstand, an dem allerdings nicht alle Athener in gleicher Weise partizipierten; zudem gab es soziale Belastungen dadurch, dass Athen auch das Umland (Attika) zu einer Polis vereinigte. Das Königtum rückte unterdessen zunehmend in den Hintergrund. Seit 682 v. Chr. wurden die Archonten jeweils nur noch für ein Jahr bestimmt. Die Spannungen innerhalb Athens nahmen aber weiter zu, wie sich erstmals deutlich beim versuchten Staatsstreich des Kylon um 632 v. Chr. zeigte. Die Notwendigkeit einer Verfassungsreform wurde zunehmend deutlich. Zunächst versuchte Drakon mit sprichwörtlich gewordenen "drakonischen Strafen" die Ordnung zu garantieren. Bald nach ihm sorgte Solon für einen Ausgleich der Interessen der Adligen und der Stadtbürger durch seinen Verfassungsentwurf. Die Athener wurden in vier Klassen eingeteilt, von denen nur die oberste zu politischen Ämtern zugelassen war, zugleich wurden aber Schuldsklaverei auf der einen und übergroßer Landbesitz auf der anderen Seite abgeschafft und freier Handel gefördert. In der Volksversammlung erhielten alle Klassen ein Stimmrecht, womit erstmals ein demokratisches Element in der Athener Verfassung wirksam wurde. Zunächst aber gelang es im Jahre 541 v. Chr. noch einmal Peisistratos die Herrschaft eines Einzelnen, die Tyrannis, zu etablieren, die nach seinem Tod im Jahre 527 v. Chr. von seinen Söhnen, Hippias und Hipparchos, fortgesetzt wurde.

Nach der Beseitigung der Tyrannis im Jahre 510 v. Chr., kam es zu einem langsamen Demokratisierungsprozess. Um 500 v. Chr. bestimmten die Perserkriege das Stadtleben, nachdem sich Athen auf der Seite der Rebellen während des Ionischen Aufstands gegen das Perserreich gestellt hatte. Die wohl bekanntesten Schlachten sind die von Marathon (490 v. Chr.) und von Salamis (480 v. Chr.). Nach der Schlacht von Salamis gelang es den Athenern, ihre Macht auch auf andere Städte auszuweiten und den Attischen Seebund zu gründen (477 v. Chr.). Mit Hilfe des Seebundes errichtete Athen eine Hegemonie über weite Teile Griechenlands und Kleinasiens: Der Seebund selbst entwickelte sich zum attischen Reich und Athen zur stärksten Seemacht. Das 5. Jahrhundert vor Christus war auch ein kultureller Standort für Personen wie Aristophanes, der Philosoph Sokrates, der Dichter Simonides oder der Bildhauer Phidias. Athen hatte eine Bevölkerung von ca. 40.000 Einwohner (ganz Attika ca. 300.000 Einwohner) und erstreckte sich auf einem etwa 2×2 km großen Gebiet rund um die Akropolis. Der Hauptplatz - die Agora - befand sich in der Nähe des heutigen Monastirakiplatzes. Das wichtigste Heiligtum war das Parthenon, in dem die Schutzpatronin der Stadt, Athene, verehrt wurde und dessen Ruinen noch heute sichtbar sind. Weitere wichtige Tempel waren der Hephaistos- und der Zeustempel (oder Olympieion).

421 v. Chr. kam es zum Nikiasfrieden, es war jedoch absehbar, dass dies nur eine Verschnaufspause sein würde: Sparta ging gegen Argos vor, während Athen sich dem langsam auflösenden Seebund zuwandte. Athen ließ sich im Zuge dieses Krieges zu manch einer Greueltat hinreißen und auch zu einer Dummheit, welche die Niederlage Athens einleiten sollte. 415 v. Chr. unternahmen die Athener, unter Einfluss des Alkibiades, die so genannte sizilische Expedition, die für Athen in einem Desaster endete (413 v. Chr.). Das Perserreich intervenierte zu Gunsten Spartas und trotz einiger Siege, unterlagen die Athener 405 v. Chr. in der Schlacht bei Aigospotamoi. Der Krieg endete so schließlich 404 v. Chr. mit der totalen Niederlage Athens. Athen musste den Seebund auflösen und wurde zeitweise von einer oligarchischen Regierung beherrscht, bevor 403 v. Chr. wieder eine gemäßigte Demokratie eingerichtet werden konnte.

In den Jahrzehnten nach dem Peloponnesischen Krieg gewannen die Athenern durch geschickte Schaukelpolitik zwischen Persien sowie den rivalisiernden griechischen Mächten Sparta und Theben ihre Handlungsfreiheit Stück für Stück zurück. 377 v. Chr. gelang ihnen eine Neugründung eines verkleinerten Seebundes. In den permanenten Kriegen um die Vorherrschaft in Griechenland setzte sich Athen zeitweise für einen Allgemeinen Frieden zwischen den Poleis ein. Seit den 50er Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. trat Athen der aufstrebenden Macht Makedoniens unter dessen König Philipp II. entgegen. Auf Betreiben des Demosthenes kam ein anti-makedonisches Bündnis fast aller griechischen Städte zustande, dessen Heer jedoch 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia von den Makedonen besiegt wurde. Im folgenden Jahr sah sich Athen genötigt, dem von König Philipp dominierten Korinthischen Bund beizutreten. Philipp und nach ihm sein Sohn Alexander der Große achteten die große Tradition Athens. Nach dem Tod Alexanders erhoben sich Athen und andere griechische Stadtstaaten im so genannten Lamischen Krieg erneut gegen die Makedonen, wurden aber geschlagen. Athen musste seine Demokratie einschränken und eine makedonische Garnison erdulden. Von 317 bis 307 v.Chr. herrschte Demetrios von Phaleron, ein Schüler des Aristoteles, als von den Makedonen unterstützter Verwalter. Nach der Vertreibung des Demetrios von Phaleron mit Hilfe von Demetrios Poliorketes kehrte Athen noch einmal zur radikalen Demokratie zurück und verteidigte sich bis 262 v. Chr. erfolgreich gegen die makedonischen Eroberungsversuche. Nach der Niederlage im Cremonideischen Krieg war die Stadt bis 229 v. Chr. makedonisch, danach wurde Athen wieder frei. Das unabhängige Athen gewann wieder an kultureller Bedeutung. In den Auseinandersetzungen Makedoniens mit dem Römischen Reich stand Athen auf der Seite Roms.

Spätestens seit 146 v. Chr. stand die Stadt, die schon seit 229 v. Chr. als "Freund" Roms galt, wie das restliche Griechenland faktisch unter römischer Herrschaft. Da man die Römer früh unterstützt hatte, wurde Athen zunächst gefördert und erlebte um 100 v. Chr. eine ökonomische Blüte. Das Blatt wendete sich, als die Athener 88 v. Chr. unter der Tyrannis des Aristion beschlossen, König Mithridates VI. gegen Rom zu unterstützen: Im Jahre 86 v. Chr. kam es zur Eroberung Athens durch die Truppen des römischen Feldherrn Sulla und zur gründlichen Plünderung des Ortes, der aber seinen Ruf als intellektuelles Zentrum sowie den Status als "freie Stadt" behielt und sich bald erholte. Reiche Römer agierten als Wohltäter der Stadt, und die Kaiser folgten ihrem Beispiel: Schon während der Herrschaft des ersten Kaisers Augustus entstand die Römische Agora. Kaiser Hadrian (117 bis 138 n. Chr.) hielt sich dann mehrfach in Athen auf. Der Philhellene und Kunstliebhaber stiftete Athen mehrere große Bauwerke: Er ließ die Hadriansstadt (heute ist vor allem noch das Hadrianstor erhalten) und die Hadriansbibliothek bauen sowie den gewaltigen, schon in archaischer Zeit begonnenen Tempel des Olympischen Zeus (das Olympieion) vollenden. In römischer Zeit entstand auch das Theater des Herodes Atticus am Fuß der Akropolis. Die Stadt erreichte nun den Höhepunkt ihrer urbanen Entwicklung.

In der Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts wurde Athen 267 dann von den germanischen Herulern erobert, nachdem die Verteidigungsanlagen seit deren Zerstörung durch Sulla mangels externer Bedrohungen vernachlässigt und in der Not nur unzulänglich restauriert worden waren. Die Stadt konnte sich aber von den Zerstörungen weitgehend erholen und blieb in der Spätantike ein bedeutendes geistiges Zentrum. Zwischen 529 und 531 wurden dann die athenischen Philosophenschulen durch Kaiser Justinian I. geschlossen, was den Niedergang der Stadt beschleunigte. Im späten 6. Jahrhundert, vermutlich um 582, wird Athen durch slawische und awarische Angreifer stark zerstört, damit wird das Ende der antiken Phase der Stadt eingeleitet, die wie der größte Teil von Griechenland zeitweilig der kaiserlichen Kontrolle entgleitet. Nach dem Vierten Kreuzzug 1204 wird Athen ein fränkisches Herzogtum unter der Lehnshoheit des "Königs" von Thessalien. Um 1260 fällt die Stadt noch einmal an die Byzantiner.

Im Jahre 1456 eroberte Sultan Mehmed II. Athen [Setines]. Im Großen Türkenkrieg gegen das Osmanische Reich wurde 1687 bei der Belagerung Athens durch die Venezianer der Parthenon-Tempel auf der Akropolis getroffen und Teile des Tempels zerstört, als das dort gelagerte türkische Munitionsdepot explodierte. Im griechischen Unabhängigkeitskampf gelang es den Einheimischen im Jahre 1822 die Akropolis und damit die Stadt den Türken abzunehmen. Vier Jahre lang hielt sich eine griechische Besatzung in der Stadt, dann kam es 1826 zur Belagerung durch osmanische Streitkräfte unter Reschid Pascha. Am 5. Juni 1827 kapitulierte die Besatzung gegen die Bedingung freien Abzugs. Türkische Truppen besetzten vorübergehend noch einmal Athen bis März 1833.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach den Unabhängigkeitskriegen war Athen nur noch ein kleines Dorf mit etwa 300 Häusern. Im Jahre 1834 wurde die Hauptstadt von Nauplion nach Athen verlegt. Der erste griechische König, Otto I. (1832-1862) ließ Athen ausbauen und gab zahlreiche klassizistische Bauten in Auftrag. Im Jahre 1869 wurde die erste Dampfeisenbahnstrecke Griechenlands eröffnet, die Athen mit dem Hafen Piräus verband, diese wurde ab 1904 elektrifiziert und etappenweise zur U-Bahn Athen ausgebaut. Um 1880 überschritt die Einwohnerzahl des Stadtgebiets die 100.000.[13] Im Jahre 1896 fanden in Athen die ersten modernen Olympischen Sommerspiele statt, 1906 fand als Jubiläumsveranstaltung die Zwischenolympiade statt, der viele olympische Riten zu verdanken sind.

In zwei Balkankriegen 1912/1913 wurde das Osmanische Reich aus Südosteuropa bis in die heutigen Grenzen der Türkei zurückgedrängt und musste große Gebiete an die Nachbarländer abtreten. Im Juni 1917 trat Griechenland unter dem Einfluss von Eleftherios Venizelos in den Ersten Weltkrieg ein. Zuvor hatten die Alliierten Athen sowie fast alle strategisch wichtigen Landesteile besetzt. 1920 entfachte Griechenland den bis 1922 dauernden griechisch-türkischen Krieg in Kleinasien (Kleinasiatische Katastrophe). Nach Athen, das 1880 nicht mehr als 100.000 Einwohner gehabt hatte, kamen 230.000 Flüchtlinge aus Kleinasien. Der Staat wies den Flüchtlingen Grundstücke am Stadtrand zu, es entstanden Barackensiedlungen. Politisch war die Epoche durch eine große Instabilität geprägt, 1922 hatte eine Revolution stattgefunden, die den Sturz der Monarchie erreichte. Es folgte eine Republik von 1924 bis 1935, auf die eine Rückkehr zur Monarchie 1935 mit einem autoritären Regime unter General Metaxas folgte.

Nach der Abwehr des italienischen Angriffs auf Griechenland Ende 1940 folgte im April 1941 der deutsche Balkanfeldzug; die griechische Regierung flüchtete auf dem Panzerkreuzer Georgios Averoff (Schiffsmuseum Trokadero Marina in Paleo Faliro) nach Alexandria. Am 23. April kapitulierte Griechenland; Athen wurde am Morgen des 27. April kampflos von Truppen der 6. Panzer-Division besetzt. Das ganze Land wurde von den Achsenmächten in Besatzungszonen eingeteilt, für alle Zonen behielt sich das Dritte Reich die wirtschaftliche Ausbeutung vor und gründete die DEGRIGES, um Sach- und Vermögenswerte aus dem Land zu ziehen. Die große Hungersnot infolge der Ausplünderung durch die Besatzungsmacht traf die städtische Bevölkerung besonders hart: im Winter 1941/1942 und 1942-1943 starben im Athener Ballungsgebiet über 100.000 Menschen den Hungertod.

Von 1967 bis 1974 herrschte die griechische Militärdiktatur (Junta), am 17. November 1973 wurde der Aufstand am Polytechnikum blutig niedergeschlagen. In der Nacht zum 24. Juli 1974 landete Konstantinos Karamanlis in Athen, wurde von einer jubelnden Bevölkerung begrüßt und noch in der Nacht als Premierminister vereidigt. Das Militärregime war zusammengebrochen. Im Jahre 1980 wurde im Zappeion der Beitritt Griechenlands zur damaligen EWG unterzeichnet. Das rasche Wachstum Athens hatte lange Zeit zu einer Vernachlässigung der Infrastruktur geführt, die vor allem in den 1990er Jahren nachgeholt wurde. 2004 war Athen wiederholt Ausrichter der Olympischen Spiele.

Lage:

Informationen:

Ort: Athen

Land: Griechenland

Besucht am: 16.10. - 20.10.2016

Fläche: 38,964 km²

Einwohner: 664.046 (2011)

Gegründet: ca 5000 v. Chr.

Bilder:

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Akropolis

Die Akropolis von Athen ist der große, der Stadtgöttin Athene geweihte Burgberg im Herzen von Athen. Siedlungsspuren weisen bis in die Jungsteinzeit zurück. In mykenischer Zeit war sie der Sitz der Könige, die Schutz- und Zwingburg der Stadt. Später, im demokratischen Athen, wurde sie als Sitz der Götter (Tempelbezirk) ausgebaut und verlor ihre Verteidigungsfunktion. Nach dem Sieg über die Perser wurde Athen als Vormacht des Attischen Seebundes ab 448 v. Chr. unter Perikles zum Zentrum der hellenischen Welt. Diese Macht und den damit verbundenen Reichtum wollte man auch durch Bauwerke demonstrieren, zumal die Perser bei ihrer Einnahme der Stadt 480 v. Chr. die Haupttempel der Akropolis aus archaischer Zeit zerstört hatten.

So wurde die Akropolis unter Perikles durch die Baumeister Iktinos, Mnesikles und Kallikrates unter der Leitung des genialen Bildhauers Phidias völlig neu gestaltet. Die Propyläen des Architekten Mnesikles entstanden als großartige Eingangsanlage am Kopf einer neuen Zugangsrampe. Im Nordflügel befand sich unter anderem eine Pinakothek. Der als Parthenon bekannte Athena-Tempel, der Haupttempel der Anlage mit dem Bildnis der Pallas Athena, wurde neu errichtet. Hierzu wurde der Schutt des weiter nördlich gelegenen alten Athena-Tempels zur Aufschüttung eines neuen gewaltigen Plateaus genutzt. Dieses bildete das Fundament des neuen Tempels, den man bewusst aus der Achse des alten Tempels rückte, so dass man von den Propyläen aus das gesamte Bauwerk mit einem Blick erfassen kann und nicht nur die eine (Schmal-) Seite, wie beim alten Tempel. Der Parthenon liegt am Kopf des alten Tempelbereiches, der heute das freie Zentrum der Anlage bildet. Hier wurden dann unter freiem Himmel die Opferhandlungen der panathenischen Festtage abgehalten.

Das an der Nordseite des Hügels gelegene Erechtheion ist der zweitgrößte Tempel der Anlage. Es handelt sich um ein mehreren Göttern und mythischen Helden der Stadt geweihtes komplexes Bauwerk. Die Anlage verdankt ihren Namen dem mythischen König Erechtheus, dessen Palast dort gestanden haben soll und der dort auch verehrt wurde. Im Osten beherbergte es einen Altar der Athena und das alte hölzerne Kultbild der Göttin, das im Zuge der Panathenäen neu eingekleidet wurde. Nach Westen, etwas tiefer gelegen, befand sich der Altar des Poseidon, der den Wettstreit um die Gunst der Athener gegen die Athena verlor. Man zeigte dort auch die Spuren, die Poseidons Dreizack im Fels hinterlassen haben soll. Der wohl bekannteste Flügel des Erechtheions ist die Korenhalle auf der südlichen, dem Parthenon zugewandten Seite, wo Frauengestalten (Karyatiden) die Säulen ersetzen. In der Gruft darunter ruhen die athenischen Urahnen; es wurden dort auch mehrere Götter verehrt. Unmittelbar westlich des Bauwerks stand der heilige Ölbaum, den Athene den Athenern geschenkt haben soll, die die Stadt daraufhin nach ihr benannten. Heute sieht man dort einen "Nachfolger". Der Niketempel liegt im Westen des Burghügels, südwestlich der Propyläen, und ist der kleinste und zierlichste Tempel der Anlage. Er wird Kallikrates zugeschrieben und wurde später als die übrige Anlage errichtet. Die Errichtung geschah nach der Regierung des Perikles und gegen dessen Wunsch. Geweiht ist er der Nike apteros, der "ungeflügelten" Siegesgöttin.

Weitere Bauten kamen in römischer Zeit hinzu, darunter der Tempel der Roma und des Augustus östlich des Parthenons. Nach den Einfällen der Heruler in Athen im Jahr 267 wurde die Akropolis erneut zur Festung. Zu diesem Zweck wurden zwei Bastionen westlich der Propyläen, die den Aufweg zur Akropolis flankierten, mittels einer Toranlage verbunden. Die 1852 entdeckte Toranlage aus dem fortgeschrittenen 3. Jahrhundert wird nach ihrem Ausgräber Charles Beulé das Beulé-Tor genannt. Für ihren Bau verwendete man unter anderem Teile des choregischen Weihgeschenks, das Nikias 320/319 v. Chr. auf die Akropolis gestiftet hatte. Direkt eingebunden wurde die Anlage in die neu errichtete Mauer der Unterstadt, die sogenannte Valerianische Mauer. Im 6. Jahrhundert wurde der Parthenon-Tempel mit entsprechenden baulichen Eingriffen in eine christliche Marienkirche umgewandelt. Auch im Mittelalter diente die Akropolis als Festung. Unter den Byzantinern saß dort der Provinzgouverneur, während der Parthenon als Kirche der Jungfrau Maria die Athener Bischofskirche war. Diese Funktion erfüllte er auch nach der Eroberung durch die Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert, nur unter katholischen Vorzeichen. In jener Zeit der "Frankenherrschaft" dienten die Propyläen als Palast der Herzöge von Athen.

Nach der Eroberung durch die Osmanen 1456 wurde der Parthenon zur Moschee umfunktioniert und ein Minarett angebaut. In den Propyläen residierte zeitweise der Stadtkommandant; das Erechtheion, zuvor eine Kirche, diente als Harem (wohl wegen der Frauengestalten). Bis weit ins 17. Jahrhundert waren die antiken Baudenkmäler weitgehend intakt, sieht man von Überbauungen ab (etwa dem Ausbau der Propyläen zur Bastion). Die Katastrophe für die Akropolis kam 1687 mit der Belagerung durch die Venezianer unter Morosini, der wider besseren Wissens um die Bedeutung der Bauten den Parthenon beschießen ließ. Die Explosion des dortigen türkischen Pulvermagazins beschädigte den Tempel schwer, ebenso umliegende Bauten. Bereits einige Jahre vorher war ein Pulvermagazin in den Propyläen vermutlich durch Blitzschlag explodiert.

Die Zerstörung vollendete schließlich der britische Botschafter in Konstantinopel Lord Elgin, als er ab 1801 einen Großteil des Skulpturenschmucks des Parthenon sowie eine Kore vom Erechtheion, Reliefs vom Niketempel und andere Teile nach London brachte. Mit Erreichen der Unabhängigkeit Griechenlands wurde der Tempelberg zur archäologischen Stätte erklärt und alle Bauten, die nicht aus der Antike stammten, entfernt. Davon betroffen waren byzantinische, fränkische und osmanische Bauten sowie die durch Gemälde bekannte Moschee im Parthenon (gebaut 1687). Heutzutage wird diese Maßnahme oft als Geschichtsbereinigung kritisiert. Allerdings wäre es anders wohl kaum möglich gewesen, viele in spätere Bauten integrierte Architektur- und Skulpturenteile zu bergen (darunter den gesamten Niketempel, der zur Verstärkung der Festungsmauern benutzt wurde) oder Ausgrabungen durchzuführen.

Weitere Restaurierungen fanden vor allem in den 1930er Jahren statt, wobei man in Unkenntnis der Folgen Eisenklammern verwendete, die anders als die antiken Klammern nicht vor Witterung geschützt waren. Die Korrosion schädigte den Marmor. Auch wurden Bauteile oft an der falschen Stelle eingesetzt. Um diese Fehler zu korrigieren, läuft seit den 1980er-Jahren ein neues, ehrgeiziges Restaurierungsprogramm. Fertiggestellt ist bislang nur das Erechtheion; der Niketempel befindet sich nach Sicherung der Fundamente im Wiederaufbau, während sich die Arbeiten an den Propyläen und am Parthenon (der am Ende vollständiger dastehen soll, als wir ihn bislang kennen) noch hinziehen.

alternative Erklärung
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Akropolis Museum

Das Akropolismuseum verwahrt ausschließlich Fundstücke und Objekte von der Akropolis von Athen und hat rund 5 Mio. Besucher im Jahr. Das heutige Gebäude am Fuß der Akropolis wurde von Bernard Tschumi und Michalis Fotiadis entworfen und am 20. Juni 2009 offiziell eröffnet.

Archäologisches Nationalmuseum

Das Archäologische Nationalmuseum ist das meistbesuchte Museum der Stadt. Es ist vor allem der griechischen Antike gewidmet, und gilt als wichtigste Sammlung von Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen jener Zeit. Die 11.000 ausgestellten Objekte stammen aus allen Regionen Griechenlands, da alle wichtigen Funde bis ins 20. Jahrhundert ausschließlich dorthin gebracht wurden, darüber hinaus gibt es eine Sammlung ägyptischer Exponate.

Bereits mit der Gründung des griechischen Königreichs begann die Planung eines Archäologischen Museums, ab 1854 wurden jährlich 10.000 Drachmen aus dem Haushalt dafür zurückgestellt, 1856 spendete Dimitrios Bernardakis, ein Grieche aus St. Petersburg 200.000 Drachmen und somit veranlasste König Otto noch im selben Jahr eine öffentliche Ausschreibung, die durch die Akademie von München geleitet wurde. Als die Finanzierung gesichert war, begann 1865 die Ausführung unter der Betreuung von Panagiotis Kalkos. Dieser starb und man schlug Theophil von Hansen vor, die Ausführung zu übernehmen. Dieser weigerte sich jedoch, nach den Plänen von Lange zu bauen, so dass letztendlich sein Schüler und Kollege Ernst Ziller mit der Fertigstellung des Gebäudes betraut wurde, von dem auch die Fassade stammt. 1874 wurde das Hauptgebäude eingeweiht, 1881 und 1885 die beiden Seitenflügel.

Olympieion

Die ältesten ausgegrabenen Baureste an dieser Stelle stammen wohl von einem Tempel aus der ersten Hälfte des 6. Jh.s, der wahrscheinlich unter der Tyrannis des Peisistratos erbaut wurde. Seine Söhne Hippias und Hipparchos ließen an dessen Stelle einen riesenhaften Tempel errichten, wohl nach dem Vorbild der kurz vorher begonnenen Dipteroi in Ionien. Nach dem Sturz der Tyrannis blieb der Bau unfertig liegen. Die vorbereiteten Säulentrommeln wurden größtenteils für den Bau der Mauer des Themistokles verwendet. Weiteres Baumaterial wurde wahrscheinlich zum Bau des Vorgängerbaus des Parthenon auf der Akropolis herangezogen. Dass man Material aus einem Heiligtum entfernte, ist ungewöhnlich und legt nahe, dass der Bau eher als Denkmal der Tyrannenherrschaft aufgefasst wurde und nicht als Eigentum des Gottes Zeus. Ein Versuch in spätklassischer Zeit, zumindest den Naos zu vollenden, blieb ebenfalls in den ersten Anfängen stecken.

Erst 174 v. Chr. beauftragte der mächtige und äußerst ambitionierte Seleukidenkönig Antiochos IV. den römischen Architekten Cossutius damit, einen Tempel auf dem alten Fundament zu errichten. Nach dem Tod des Königs 164 v. Chr.blieb der bereits weit gediehene Bau abermals unvollendet liegen. Nachdem Sulla 86 v. Chr. Athen erobert hatte, ließ er zwei Säulen des Olympieion nach Rom bringen und im Tempel des Jupiter Capitolinus verbauen. Während der Regierungszeit des Augustus wurde ein Versuch unternommen, den Tempel fertigzustellen und dem genius Augusti zu weihen (Sueton Augustus 60). Doch erst unter Kaiser Hadrian, einem Bewunderer der griechischen Kultur, wurde das Olympieion um 131/132 n. Chr. unverändert nach dem Plan des Cossutius endgültig vollendet und geweiht. Wann und wie genau das Olympieion zerstört wurde, ist unbekannt, wahrscheinlich jedoch durch ein Erdbeben im Mittelalter. Danach wurden die Ruinen als Steinbruch benutzt. Mit archäologischen Ausgrabungen wurde 1889 begonnen.

Panathinaiko Stadion

Das ursprüngliche Stadion, etwa ein Kilometer östlich der Akropolis gelegen, wurde um 330 v. Chr. in einer natürlichen Mulde zwischen den Hügeln Agras und Ardittos errichtet, um dort die jährlich stattfindenden Panathenäischen Spiele, die bedeutendste Feier des antiken Athen, abzuhalten. Zwischen 140 n. Chr. und 144 n. Chr. erhielt das Stadion bei weiteren Ausbaumaßnahmen durch den Mäzen Herodes Atticus sein endgültiges Erscheinungsbild (Hippodrom des Herodes Atticus), wie es bei Ausgrabungen durch den deutschen Architekten und Bauforscher Ernst Ziller von 1869 bis 1870 in Erscheinung trat. So hatte das antike Stadion die Form eines Hufeisens mit einer Laufbahnlänge von 204,07 Meter und einer Breite von 33,35 Metern. Nach heutigen Schätzungen fasste das antike Stadion 50.000 Zuschauer. Unter den Römern wurde am westlichen, offenen Ende des Stadions eine bogenförmige Wand errichtet und das Stadion fortan als Arena genutzt.

Angesichts der Durchführung der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit wurde das Stadion 1895 von Grund auf erneuert. Das nach Plänen Zillers von dem Architekten Anastasios Metaxas wieder hergerichtete Stadion in Form eines Hufeisens hat eine Länge im Innenraum von 236 Metern. Es zeichnet sich durch einen sehr engen Kurvenradius der Laufbahn aus. Die Tribünen mit Platz für etwa 50.000 Zuschauer sollten mit Hilfe des 920.000 Drachmen spendenden griechischen Finanziers Georgios Averoff ganz in Marmor ausgekleidet werden. Da jedoch am Ende die Zeit zu knapp wurde, mussten Teile der Struktur aus Holz gebaut und architektonisch möglichst gut versteckt werden. Neben den Leichtathletik-Wettkämpfen wurden auch die Wettbewerbe im Gewichtheben, Ringen und Turnen im Panathinaiko-Stadion durchgeführt. Die fehlenden Marmortribünen wurden später ergänzt, so dass das Stadion zu den inoffiziellen Olympischen Zwischenspielen 1906 fertiggestellt war.

Die Eröffnungszeremonie der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997 wurde im Stadion abgehalten. Dazu wurde ein temporärer Bühnenbau entlang der Schmalseite errichtet. Im Stadion fanden auch Konzerte statt, so von Bob Dylan, Depeche Mode, Tina Turner und Black Sabbath. Als 2004 die Olympischen Sommerspiele wieder in Athen abgehalten wurden, fanden hier die Wettkämpfe im Bogenschießen (4.000 Zuschauer) statt. Außerdem befand sich hier das Ziel der beiden Marathonläufe (40.000 Zuschauer). Das Panathinaiko-Stadion wird nur noch selten für Veranstaltungen genutzt. Aktuelle Bestimmungen fordern bei Nutzung eine starke Einschränkung der Eintrittskarten, was eine Nutzung aus Sicht der Veranstalter meist unwirtschaftlich macht. Die Veranstaltungen nutzen meist nur einen kleinen Teil des Stadions. Es gibt jedoch immer wieder Ausnahmen, so z. B. der Empfang der griechischen Fußballnationalmannschaft, die sensationell die Fußball-EM 2004 gewonnen hatte. Das Stadion ist auch das Ziel des jährlich stattfindenden Athen-Marathon von Marathon nach Athen. Dieser Marathon wird seit 1982 ausgetragen.

alternative Erklärung

Zappeion und Nationalpark

Das Zappeion wurde Ende des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet. Architekt des schönen Bauwerkes war der dänisch-österreichische Baumeister Theophil von Hansen. Das Zappeion befindet sich am Rand des Athener Nationalparkes in Griechenland und dient seit seiner Fertigstellung als Multifunktionalgebäude. Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 wurde das Zappeion für die Austragung der Fechtwettkämpfe genutzt. Bei den so genannten Zwischenspielen im Jahr 1906 war es das Olympische Dorf der Spiele. Im Jahr 1979 wurde im Zappeion der Beitritt Griechenlands zur EG besiegelt.

Hadriansbibliothek

Kaiser Hadrian regierte das römische Reich von 117 bis 138 n. Chr. und war ein ausgesprochener Bewunderer der griechischen Kultur. Deshalb besuchte er Athen regelmäßig. Hadrian wollte Athen zur Kulturhauptstadt des Römischen Reiches machen und während seiner Besuche begann er verschiedene Bauprojekte, darunter auch den Bau einer großen Bibliothek.

Die Bibliothek wurde zwischen 125 und 132 n. Chr. nach einem rechteckigen Grundriss erbaut. Es war keine Bibliothek, wie wir sie heute kennen, sondern eher ein kultureller Komplex mit Hörsälen, einem Transkriptionsraum, einem Bibliotheksaal - bekannt als die Bibliostasio - und möglicherweise sogar einem Theater.

Der Komplex - der etwa 120 Meter lang und 78 Meter breit war - wurde um einen großen, rechteckigen Innenhof mit einem Teich gebaut. Der Garten wurde mit großen Marmorstatuen von Athena und Hadrian geschmückt. Die Fußböden der Räume wurden mit Mosaik-Marmorkacheln dekoriert. Papyrusrollen wurden in vierzig Nischen in der Bibliothek aufbewahrt, die etwa 16.800 "Büchern" entsprechen.

Agora

Das Gebiet der späteren Agora von Athen wurde wahrscheinlich bereits seit der Jungsteinzeit bewohnt. Den ältesten Beleg für Siedlungen auf der Agora gibt Keramik, die in der Nähe von Brunnen geborgen wurde. Sie wird auf rund 3000 v. Chr. datiert. Allerdings wurden keine Siedlungsspuren aus dieser Zeit gefunden. Von der späten Bronzezeit an (1600-1100 v. Chr.) bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die Agora als Friedhof benutzt. Man fand etliche Gräber aus dieser Zeit.

Ab etwa 1000 v. Chr. wurde das Gebiet der Agora auch als Wohnstätte benutzt. Zwar lassen sich keine Reste der damaligen Häuser finden, da dieses Gebiet später als Steinbruch verwendet wurde, aber es finden sich etliche Brunnenschächte aus dieser Zeit. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. wurden viele dieser Brunnen zugeschüttet, was auf einen drastischen Bevölkerungsrückgang hindeutet.

Gegen 600 v. Chr. begann man, die Agora als öffentlichen Platz auszubauen. Erst um 500 v. Chr. wurde die Agora auch formalrechtlich durch Grenzsteine (so genannte Horoi) abgegrenzt. Die Horoi, die an den Eingängen der Agora aufgestellt wurden, trugen den Schriftzug: "Ich bin die Grenze der Agora". Durch die Aufstellung der Grenzsteine sollte ein wildes Bauen auf der Agora verhindert werden. Verbrechern, Kriegsdienstverweigerern und anderen Leuten, die auf der Agora nicht erwünscht waren, wurde der Zutritt zur Agora verboten.

Im Jahr 480 v. Chr. eroberten die Perser Athen und zerstörten dabei die Stadt und die Agora zu einem großen Teil. Ironischerweise sind uns erst durch diese Zerstörung und den anschließenden Wiederaufbau viele Gebäude (als Ruine) erhalten geblieben. Nach der Zerstörung der Agora durch die Perser begann man mit dem Wiederaufbau. Daher entstanden zu dieser Zeit auch viele neue Gebäude. Bald schon brachen schwierige Zeiten für Athen an; vor allem die Bürgerkriege verhinderten einen weiteren Ausbau der Agora.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde Athen immer mehr zum geistigen Mittelpunkt der mediterranen Welt. Herrscher verschiedener Länder (beispielsweise aus Ägypten, Syrien, Pergamon) begannen, ihre Macht und Kultur zu demonstrieren, indem sie in Athen Gebäude bauen ließen. Dadurch nahm die Bautätigkeit auf der Agora enorm zu. Zu dieser Zeit wurden die großen, imposanten Stoen erbaut. Erst in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts war die Agora vollständig von Gebäuden umbaut. Auf allen Seiten war der Besucher der Agora nun von Gebäuden umgeben, die mit Säulenfronten geschmückt waren.

Im Jahre 146 v. Chr. besiegte der römische General Lucius Mummius den Achäischen Bund und Griechenland wurde zur römischen Provinz erklärt. Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. stellte sich Athen gegen Rom, was zu einer Belagerung der Stadt im Jahre 86 v. Chr. führte, bei der unter anderem der südliche Teil der Agora in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bereits gegen Mitte des Jahrhunderts zeigten die Römer ein größeres Interesse an Athen. Dies führte erneut zu erhöhter Bautätigkeit. So wurde rund 150 Meter östlich der Agora ein neuer Marktplatz, die Römische Agora, angelegt, der der Agora diese Funktion weitgehend nahm. Der freie Platz auf der Agora war nun nicht mehr nötig und wurde zugebaut.

Auf die Regentschaft Augustus' folgte ein Jahrhundert geringer Bautätigkeit, bis Trajan (98-117) und Hadrian (117-138) während ihrer Zeit als Kaiser des Römischen Reiches eine letzte Blütezeit für die Agora einleiteten. Nachdem die Heruler im Jahre 267 Athen stürmten und dabei die meisten Gebäude der Agora zerstörten, wurde die Agora nie wieder zu dem bedeutenden Zentrum, das sie in den vorherigen Jahrhunderten gewesen war. Das 4. Jahrhundert bedeutete den endgültigen Niedergang der Agora; sie wurde weitgehend aufgegeben.

Auf dem Kolonos Agoraios, dem Hügel, der die Agora westlich begrenzt, befindet sich ein beinahe unzerstörter Marmortempel. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um das Hephaisteion handelt, in dem Hephaistos, der Gott der Schmiedekunst, und Athene, die Göttin des Handwerks und der schönen Künste, verehrt wurden. Die Identifizierung ist nicht gesichert (es wurde auch vermutet, dass es sich bei dem Tempel um das Theseion oder den Tempel der Eukleia handeln könnte), aber sie wird durch den Fund von Metallschmelzgruben und Schlackeresten gestützt. Es scheint durchaus logisch, dass der Tempel des Schmiedegottes in der Nähe der Wirkungsstätte von Schmieden und weiteren metallverarbeitenden Handwerken errichtet worden sein könnte. Der Gott Hephaistos war für die das gesamte künstlerische Spektrum der Metallverarbeitung "zuständig", einschließlich der Herstellung von Schmuck, Waffen, sakral-rituellen und profanen Gebrauchsgegenständen.

Man nimmt an, dass der Tempel Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr., während der perikleischen Zeit (443-429 v. Chr.), begonnen wurde. Fertig gestellt wurde er wahrscheinlich erst gegen Ende des Jahrhunderts. Inschriften besagen, dass das Statuen-Paar im Innern der Cella erst zwischen 421 und 415 v. Chr. aufgestellt wurden. Es wurde vom Bildhauer Alkamenes aus Bronze hergestellt und zeigte Hephaistos und Athene.

Das Hephaisteion wurde größtenteils aus Pentelischem Marmor erbaut. Außen besitzt es 6×13 dorische Säulen. Ansonsten hat es alle Elemente eines klassischen griechischen Tempels. Der Tempel verfügt über einen besonders reichen Skulpturenschmuck. An der Vorderfront sind die Metopen mit den Taten des Herakles verziert, seitlich sind dort die Taten des Theseus angebracht. An einem Fries über dem Pronaos wird eine Schlacht dargestellt. An der gegenüberliegenden Seite (dem Fries über dem Opisthodomos) wird eine Schlacht zwischen Lapithen und Kentauren gezeigt. Pflanzlöcher, die um den Tempel herum entdeckt wurden (und inzwischen wieder benutzt werden), zeigen, dass bereits in klassischer Zeit um Tempel herum regelrechte Haine angelegt wurden, die die Umgebung um die Tempel begrünten.

Römische Agora

Kaiser Augustus ließ zwischen 19 und 11 v. Chr. die Römische Agora östlich der antiken Agora erbauen. Während der Herrschaft Hadrians, eines ausgesprochenen Philhellenen, wurde die Anlage erweitert. In byzantinischer und türkischer Zeit wurde das Gelände überbaut. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die Häuser abgerissen und griechische und italienische Archäologen gruben die Ruinen aus.

Bei der Römischen Agora handelt es sich um einen 111 m × 98 m großen rechteckigen Platz, der von Säulengängen umgeben ist. In den Säulengängen waren Geschäfte untergebracht. Im Westen betrat man die Römische Agora durch das Tor der Athene Archegetes, ein Tor mit vier dorischen Säulen. Der östliche Zugang war ein ionisches Propylon. Auf der Ostseite des Platzes steht der achteckige Turm der Winde aus dem 2. Jahrhundert, der als Uhr und Wetterwarte fungierte. Außerdem befinden sich auf dem Gelände die Überreste eines Marktgebäudes und von öffentlichen Latrinen.

Kapnikarea

Der Hauptbau stammt aus dem 11. Jahrhundert, wurde aber im 13. Jahrhundert erweitert. Seit 1931 gehört sie der Universität Athen. In früherer Zeit hatte die Kirche verschiedene Namen: kamoucharea (Muttergottes "im Mantel"), Chryssokamouchariotissa ("im goldenen Mantel"), Panagla tis Vassilopoulas ("der Königstochter"), Panagia to Prenza ("des Prinzen"). 1834, als die Ermou-Strasse angelegt wurde, dachte man daran, die Kirche zu verlegen oder sogar einzureissen, weil sie im Wege stand. Durch Eingreifen Ludwigs 1 von Bayern, Vater König Ottos, und des Bischofs von Talantion und Athener Priesters Neophytos Metaxas, wurde sie davor bewahrt.

Olympiapark

Der Olympia-Sportkomplex Athen (griechisch Olymbiako Athlitiko Kendro Athinon "Spyros Louis" auch kurz OAKA, ist eine Sportstätte im Athener Vorort Marousi. Diese wurde 1982 in Betrieb genommen und seit den 1990er Jahren ausgebaut. Der Komplex besteht aus fünf verschiedenen Wettkampfstätten sowie diversen Wirtschaftsgebäuden. Geprägt wird er durch die 1999-2004 für die Olympischen Sommerspiele 2004 errichteten Bauten des spanischen Architekten Santiago Calatrava.

Die Sportstätte trägt offiziell den Namen von Spyridon "Spyros" Louis, dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs der Moderne (1896), da dieser in der Gemeinde, auf der sich das Stadion befindet, geboren wurde.

Piräus

Piräus (Peiraieus) ist eigentlich der Name der bergigen Halbinsel, acht Kilometer südwestlich von Athen, mit dem bis zu 86,5 m hohen Hügel Mounychia (heute Kastella), der seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. eine Burg trug, und drei tief eingeschnittenen runden Hafenbecken (Piräus, Zea und Mounychia), die Themistokles seit 493 v. Chr. zum Hafen Athens bestimmte und zunächst mit Mauern umgeben ließ. 461-456 v. Chr. wurden die Langen Mauern zwischen Piräus und Athen errichtet.

In perikleischer Zeit wurde von Hippodamos aus Milet die Stadtanlage mit rechtwinklig sich schneidenden Straßen angelegt, die Häfen ausgebaut und mit Säulenhallen und Schiffshäusern versehen. Nach Beendigung des Peloponnesischen Krieges zerstört, blühte Piräus als Handelshafen bald von Neuem auf. In den Jahren 347-323 v. Chr. wurde das Arsenal des Philon errichtet, das Sulla 86 v. Chr. mit den übrigen Hafenanlagen niederbrannte.

Nach der Verlegung des Hafens gliederte sich das antike Piräus als Hafenstadt von Athen in die Teilhäfen Kantharos, Zea und Mounychia auf. Dabei stellte Kantharos den Handelshafen von Piräus dar, während Zea und Mounychia dem Militär vorbehalten waren. Zea war der größere der beiden Kriegsmarinehäfen.

Im Mittelalter war der Hafen unter dem italienischen Namen Porto Leone bekannt, nach der heute vor dem Arsenal von Venedig stehenden antiken Löwenskulptur (eine Kopie steht heute wieder in Piräus). Der entsprechende türkische Name war Aslan Limani. Die kleineren Häfen Zea und Mounychia sind heutzutage auch als Passalimani (Hafen des Pascha) bzw. Tourkolimano (Türkenhafen) oder auch Mikrolimano (kleiner Hafen) bekannt.